EZB-Chefökonom rechnet für längere Zeit mit Minizinsen

Banken im Euro-Raum können nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet auf absehbare Zeit nicht mit Erleichterungen bei den Zinsen rechnen.
04.10.2016 11:14
Peter Praet, Chefökonom der EZB, rechnet mit langanhaltend tiefen Zinsen.
Peter Praet, Chefökonom der EZB, rechnet mit langanhaltend tiefen Zinsen.
Bild: Bloomberg

"Das erforderliche Ausmass an geldpolitischer Anpassung legt für eine längere Zeit ein Umfeld mit sehr niedrigen Zinssätzen nahe", sagte Praet am Dienstag auf einer Veranstaltung in Madrid laut Redetext. Dem obersten Ökonom der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge arbeiten manche Geldhäuser zwar daran, sich entsprechend auszurichten statt auf bessere Zeiten zu warten. Aber viele Institute müssten sich noch schneller auf dies Bedingungen einstellen.

Banken klagen seit längerem, dass es ihnen wegen der Minizinsen immer schwerer fällt, auskömmliche Gewinne zu erzielen. Der Schlüsselsatz für die Versorgung der Institute mit Zentralbankgeld liegt seit März auf dem Rekordtief von null Prozent. Die EZB ruft die Banken schon seit längerem dazu auf, Geschäftsmodelle vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfelds zu überprüfen. In seiner Rede kritisierte Praet zudem, dass in manchen Regionen der Abbau fauler Kredite in den Bankbilanzen zu langsam voranschreite.

(Reuters)