EZB-Direktor - Vorsicht ist die Mutter der geldpolitischen Wende

Die EZB sollte aus Sicht von Notenbank-Direktor Benoit Coeure auf ihrem Weg in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik weiterhin sehr behutsam vorgehen.
07.07.2017 10:04
EZB-Direktor Benoit Coeuré.
EZB-Direktor Benoit Coeuré.
Bild: iNg

Ansonsten bestünde die Gefahr, dass die signalisierten Änderungen für die Märkte zu abrupt kommen, sagte Coeure in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit den Zeitungen "Le Monde" und "La Stampa". "Wir müssen in unserer Kommunikation zu diesen Entwicklungen transparent sein."

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Die Währungshüter sind sich im Klaren darüber, dass die - im Zuge des Konjunkturaufschwungs über kurz oder lang anstehende -geldpolitische Wende ein heikles Unterfangen ist. So warnten sie in den Protokollen zur Zinssitzung im Juni davor, dass selbst kleine Veränderungen in der Kommunikation als Signal für einen grundlegenden Richtungswechsel missverstanden werden könnten. "Falls nötig wird der EZB-Rat weiterhin seine Instrumente sowohl qualitativ als auch quantitativ anpassen", betonte Coeure. Dies würde dann "vorsichtig und flexibel" geschehen. Dabei komme es auf die Inflationsaussichten an.

Coeure verwies darauf, dass die Währungshüter ihr billionenschweres Anleihenkaufprogramm bereits etwas zurückgefahren haben. "Dies war möglich aufgrund der anhaltenden Verbesserung der wirtschaftlichen Lage", sagte der Franzose. Seit April erwerben die Euro-Wächter monatlich nur noch für 60 Milliarden statt zuvor 80 Milliarden Euro Staatsanleihen und andere Wertpapiere.

(Reuters)