EZB erforscht Technologien für Cyber-Währungen

Die Europäische Zentralbank untersucht zusammen mit der japanischen Notenbank den Einsatz neuer digitaler Verfahren, die der Cyber-Währung Bitcoin zugrunde liegen.
11.12.2016 12:42
Die EZB nimmt Cyber-Währungen genauer unter die Lupe.
Die EZB nimmt Cyber-Währungen genauer unter die Lupe.
Bild: Pixabay

"Mit der Bank of Japan haben wir ein gemeinsames Forschungsprojekt vereinbart", sagte EZB-Direktor Yves Mersch vergangene Woche an einem Bankenkongress in Frankfurt. Dabei solle die Nutzung der sogenannten DLT-Technologie in der Marktinfrastruktur unter die Lupe genommen werden. "Die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Studie sollen nächstes Jahr veröffentlicht werden", kündigte Mersch an. Viele Experten trauen neuen virtuellen Bezahlsystemen wie etwa Bitcoin grosses Zukunftspotenzial im Zahlungsverkehr zu. Den Banken könnte durch diese Technologien neue Konkurrenz erwachsen.

DLT ermöglicht es, dass im digitalen Zahlungsverkehr Geschäfte zwischen Nutzern aufgezeichnet werden können, ohne dass dabei eine zentrale Stelle jede einzelne Finanztransaktion legitimieren muss. Dabei funktioniert DLT ("Distributed Ledger Technology") wie eine geteilte Datenbank, die ein öffentlich geführtes Kontobuch gestattet. Aktuell tauge diese Technologie zwar noch nicht für den Massenbetrieb, sagte Mersch. Ihre künftige Nutzung müsse aber erforscht werden. Mehrere Grossbanken, darunter HSBC und Citi haben bereits Systeme für den Anleihenhandel getestet, die auf solchen Verfahren beruhen.

(Reuters)