EZB hält an Anleihenkäufen fest - Änderungen im Dezember?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält an ihren billionenschweren Anleihenkäufen fest. Was passiert ab Ende Jahr?
20.10.2016 15:37
EZB-Chef Mario Draghi.
EZB-Chef Mario Draghi.
Bild: Bloomberg

Über ein "Tapering" - ein graduelles Herunterfahren der vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen - sei nicht gesprochen worden, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Die monatlichen Wertpapierkäufe von 80 Milliarden Euro würden bis Ende März 2017 oder nötigenfalls darüber hinaus fortgesetzt. "Wir bleiben bei unserem Engagement, das sehr erhebliche Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung beizubehalten." An der aktuellen Geldpolitik könne aber nicht ewig festgehalten werden - womöglich ein erster Hinweis auf bevorstehende Veränderungen an der extrem lockeren Linie.

Draghi lenkte den Blick auf die Dezember-Zinssitzung der Notenbank. Es sei klar, dass die EZB dann mitteile, was sie in den kommenden Monaten unternehmen werde. Ein abruptes Ende der Anleihenkäufe sei unwahrscheinlich, sagte der Italiener. Im Dezember werden den Euro-Wächtern nicht nur neue Inflations- und Wachstumsprognosen der hauseigenen Volkswirte vorliegen. Dann werden ihnen auch die Vorschläge der Ausschüsse zum Anleihen-Programm zur Verfügung stehen. Diese sollten prüfen, wie sich die Käufe auch künftig reibungslos umsetzen lassen.

Inflation ankurbeln

Mit dem im März 2015 gestarteten und inzwischen auf 1,74 Billionen Euro angelegten Programm wollen die Euro-Wächter die maue Konjunktur im Währungsraum anschieben und die anhaltend niedrige Inflation nach oben treiben. Durch die Käufe sollen die Renditen der Anleihen sinken und Banken dazu bewegt werden, mehr Kredite an die Wirtschaft auszureichen und nicht so stark in Anleihen zu investieren.

An den Leitzinsen rüttelte die EZB erwartungsgemäß nicht. Sie werden laut Notenbank noch für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau oder sogar tiefer liegen. Den Schlüsselsatz für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld beließ die EZB auf dem Rekordtief von null Prozent, wo er bereits seit März liegt. Draghi & Co hielten auch die Strafzinsen für Banken auf dem bisherigen Niveau von minus 0,4 Prozent.

(Reuters)