EZB mit Zins-Spielraum nach unten

Trotz der auf null gesenkten Zinsen hat die EZB nach Ansicht ihres Chefökonoms Peter Praet noch Spielraum für eine geldpolitische Lockerung.
18.03.2016 09:54
EZB-Chefökonoms Peter Praet.
EZB-Chefökonoms Peter Praet.
Bild: Bloomberg

"Wie man bei anderen Notenbanken sieht, haben wir rein technisch noch nicht das untere Ende erreicht", sagte der Belgier am Freitag der italienischen Zeitung "La Repubblica". In einigen Staaten sind die Leitzinsen unter null - etwa in der Schweiz oder auch in Dänemark. Sollte sich Störfeuer von außen ergeben oder die Finanzierungsbedingungen in der Euro-Zone sich nicht wie erhofft verbessern, bleibe eine Zinssenkung eine Option.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins vorige Woche erstmals auf null Prozent gesetzt. Zudem weitete sie das Volumen ihrer Anleihekäufe auf 80 von bislang 60 Milliarden Euro monatlich aus und damit stärker als erwartet. EZB-Chef Mario Draghi kündigte zudem an, künftig im Rahmen des großangelegten Bondprogramms auch Firmenanleihen zu erwerben. Der Strafzins für Geschäftsbanken wurde zudem nochmals verschärft. Der sogenannte Einlagensatz wurde auf minus 0,4 Prozent von bislang minus 0,3 Prozent herabgesetzt. Damit wird es für die Institute noch teurer, wenn sie überschüssige Gelder über Nacht bei der Notenbank parken. Statt Geld zu horten, sollen sie verstärkt Kredite vergeben und damit der Konjunktur Auftrieb verleihen.

(Reuters)