EZB-Politik kann Währungskrieg auslösen

Die deutschen Privatbanken sehen bei einer erneuten Lockerung der Geldpolitik durch die EZB die Gefahr eines Währungskrieges aufziehen.
09.03.2016 14:57
Droht ein Währungskrieg?
Droht ein Währungskrieg?
Bild: scx

"Am Ende droht ein Abwertungswettlauf, der keine Gewinner haben wird", sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Michael Kemmer, am Mittwoch in Berlin. Ein weiteres Öffnen der Geldschleusen könne in zahlreichen Ländern zu Gegenmassnahmen führen. Er rät den Währungshütern in Frankfurt deshalb zu einer "Politik der ruhigen Hand".

Die meisten Experten gehen allerdings davon aus, dass die Europäische Zentralbank an diesem Donnerstag beschliessen wird, die Summe ihres Wertpapier-Kaufprogramms von aktuell 60 Milliarden Euro pro Monat zu erhöhen. Der Strafzins von derzeit minus 0,3 könnte zugleich auf dann minus 0,4 Prozent verschärft werden. Diesen müssen Banken bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Die EZB will Finanzinstitute dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und damit die Konjunktur anzuschieben sowie die niedrige Inflation anzuheizen.

Der BdB sieht noch weitere Gefahren. "Negative Notenbankzinsen können aufgrund des Wettbewerbsdrucks von den Banken kaum an die Kunden weitergegeben werden", sagte Kemmer. "Die Erträge der Finanzinstitute geraten daher massiv unter Druck." Das beeinträchtige deren Fähigkeit, ihr Eigenkapital und damit längerfristig ihre Kreditvergabe zu stärken. Gesunkene Zinsmargen könnten dazu führen, dass Banken ihre Kreditzinsen erhöhen, um die Geschäftskosten zu decken. "Das wäre genau das Gegenteil von dem, was die Notenbank beabsichtigt", sagte Kemmer.

(Reuters)