EZB schaltet einen Gang zurück

Die Europäische Zentralbank (EZB) fährt in der Hauptferienzeit ihre Anleihenkäufe deutlich zurück.
08.08.2016 16:07
EZB-Chef Mario Draghi tritt bei den Anleihenkäufe auf die Bremse.
EZB-Chef Mario Draghi tritt bei den Anleihenkäufe auf die Bremse.
Bild: Bloomberg

Die Euro-Wächter nahmen in der Woche bis zum 5. August Staatstitel der Euro-Länder im Volumen von 12,41 Milliarden Euro in ihre Bücher, wie die EZB am Montag in Frankfurt mitteilte.

In der Vorwoche waren es 16,45 Milliarden Euro gewesen. Die EZB und die nationalen Notenbanken erwarben damit seit März 2015 Staatspapiere im Volumen von 957,27 Milliarden Euro. Das Wertpapier-Kaufprogramm soll noch bis mindestens Ende März 2017 laufen und dann ein Gesamtvolumen von 1,74 Billionen Euro haben. Das Programm umfasst Regionalbonds, Pfandbriefe, Hypothekenpapiere und seit kurzem auch Firmenanleihen.

Als Teil des Kaufprogramms erwarben die Währungshüter in der vergangenen Woche Unternehmensanleihen im Volumen von 1,76 Milliarden Euro nach zuvor 1,37 Milliarden Euro. Inzwischen halten sie auch viele Schuldtitel deutscher Konzerne, darunter Anleihen von BASF, Daimler, RWE und Bosch.

Neben der deutschen Bundesbank beteiligen sich die Notenbanken Italiens, Frankreichs, Spaniens, Belgiens und Finnlands an dem Erwerb von Firmenanleihen, der von der EZB gesteuert wird.

Mit der Geldflut will die EZB das Wirtschaftswachstum anschieben und die aus ihrer Sicht viel zu niedrige Inflation anheizen. Durch die Käufe sollen die Anleihen-Renditen nach unten gedrückt werden, so dass Banken weniger in diese Titel investieren. Die Geldhäuser sollen stattdessen mehr Kredite an Firmen und Haushalte vergeben.

(AWP)