EZB-Studie - In der Eurozone wird am liebsten bar bezahlt

In der Eurozone bleibt Bargeld das mit Abstand meistgenutzte Zahlungsmittel. In der 19-Länder-Gemeinschaft wurden 2016 vier von fünf Einkäufen bar bezahlt.
24.11.2017 18:50
Dem «Euroländer» liebstes Zahlungsmittel ist nach wie vor Bares.
Dem «Euroländer» liebstes Zahlungsmittel ist nach wie vor Bares.
Bild: ZVG

Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung der Europäischen Zentralbank (EZB) her. "Trotz zahlreicher Artikel, die behaupten, dass die bargeldlose Gesellschaft vor der Tür steht, scheint die Nutzung von Bargeld am Einkaufspunkt noch immer in den meisten Euroländern robust zu sein," schreiben die Autoren. Nur rund 19 Prozent aller Einkäufe wurden 2016 mittels Karten bezahlt - 2 Prozent mit anderen Zahlungsmethoden wie etwa Schecks.

Besonders beliebt ist das Bezahlen mit Euro-Scheinen und -Münzen nach wie vor in Deutschland, Österreich und Slowenien sowie in den südlichen Ländern des Währungsraums. Dort wurden im vergangenen Jahr 80 Prozent aller Einkäufe oder sogar mehr bar beglichen. Die Niederlande, Estland und Finnland sind laut Studie dagegen beim Bezahlen nicht so stark aufs Bargeld fixiert. In diesen Ländern wechselten lediglich bei 45 bis 54 Prozent aller Einkäufe Scheine und Münzen die Hände. Die EZB-Studie brachte noch weitere Unterschiede zutage: So neigen Männer offenbar eher dazu, bar zu zahlen als Frauen. Und bei Konsumenten über 40 Jahren ist die Bargeldnutzung grösser als in jüngeren Altersgruppen.

Deutsche tragen am meisten Bargeld auf sich

Vor allem Waren des täglichen Bedarfs oder Konsumationen in Restaurants, Bars und Cafes wurden bar bezahlt. Dabei lag die Summe überwiegend bei weniger als 25 Euro. Das kontaktlose Bezahlen könnte der Kartenzahlung aber einen Schub geben, schreiben die Autoren. Vor allem bei kleineren Einkäufen könnte sich das Bezahlverhalten ändern.

Im Durchschnitt trugen die Bürger 2016 im Währungsraum Bargeld in Höhe von 65 Euro bei sich. Deutschland war hier Spitzenreiter mit 103 Euro. Am anderen Ende standen die Portugiesen: Dort waren es lediglich 29 Euro.

(Reuters)