Faber: Goldpreis sollte lieber nochmals tauchen

Der bekannte Schweizer Investor Marc Faber schliesst einen Sturz des Goldpreises auf 1100 Dollar pro Feinunze nicht aus. Er selber hat auf diesem Preisniveau Kauforder platziert.
24.05.2013 15:58
Von Daniel Hügli
Marc Faber ist Herausgeber des Gloom, Boom and Doom Report.
Marc Faber ist Herausgeber des Gloom, Boom and Doom Report.
Bild: cash

Der Preis des Goldes ist seit Wochen unter Druck. Denn die Tage der grossen Geldschwemme in den USA, die den Goldpreis über Jahre gestützt hatte, sind gezählt. Fed-Chef Ben Bernanke hat die Märkte bereits behutsam darauf vorbereitet, dass die Notenbank den Umfang ihrer Anleihenkäufe herunterfahren wird.

Mit dem Preisrutsch auf 1322 Dollar pro Feinunze im letzten Monat ging eine zwölf Jahre dauernder Anstieg zu Ende, während dem sich der Preis des Edelmetalls versiebenfachte und einen Stand von 1920,30 Dollar erreichte. Auch der Schweizer Investor Marc Faber erkennt diese Zeichen, wie er am Freitag in einem Interview mit dem Deutschen Anleger Fernsehen sagte.

"Wenn ein Anleger Gold handelt und auf rein technische Daten schaut, dann ist dieser Preiseinbruch schon ein Signal dafür, dass die Hausse vorbei ist", sagte Faber. Für ihn hat sich der Goldpreis vom Absturz Ende April etwas zu schnell erholt. Er bezeichnet diese Bewegung als "verdächtig". Statt eines Anstieg des Preises bevorzugt er nun einen nochmaligen Taucher. "Ich möchte lieber sehen, dass der Goldpreis nochmals fällt und dann das Tief bei 1320 Dollar bestätigt, also dass er nicht darunter fällt".

"Das ist schon möglich"

Faber verrät im Interview, dass auch er beim Goldpreisrückgang aktiv wurde. "Ich habe bei 1400 Dollar pro Unze gekauft", so Faber weiter, der sowieso "jeden Monat" Gold dazukauft. Zudem habe er noch Orders bei 1300, 1200 und 1100 Dollar stehen, die bislang nicht ausgelöst wurden. Auf die Frage, ob er glaube, dass der Goldpreis auf dieses Niveau fallen könnte, sagte Faber: "Das ist schon möglich".

Bezüglich einer Langfristprognose beim Goldpreis gibt sich Faber zugeknöpft: "Ich weiss nicht, wie hoch der Goldpreis steigen wird, aber ich will einfach nicht mein ganzes Vermögen in Finanzwerte halten. Das ist mir zu riskant. Gold wird nie auf Null fallen."

Denn für den Schweizer Investor, der im Norden Thailands lebt, stimmen die fundamentalen Faktoren noch immer für Gold. "Die Geldmenge weltweit wird erhöht, Schuldenberge steigen, den Banken wird misstraut, die Goldnachfrage in Asien steigt."

Spekulativ orientierte Anleger handeln mit Gold meist über Terminkontrakte oder mit Hilfe börsennotierter Fonds (ETF). Diese kaufen oder verkaufen die entsprechende Menge des Edelmetalls. Die Edelmetall-Bestände aller Gold-ETFs summieren sich auf 65,510 Millionen Feinunzen oder 1944 Tonnen. Das ist der niedrigste Stand seit April 2011. Für Privatanleger bleiben Gold-Münzen und -Barren dagegen wegen der Spätfolgen von Finanz- und Schuldenkrise erste Wahl.