Fed schürt Zinsängste – Dow Jones gibt nach

Nur wenig verändert und mit uneinheitlicher Tendenz sind die US-Aktienmärkte ins Wochenende gegangen.
26.08.2016 22:33
An der Wall Street machen sich Zinsängste breit.
An der Wall Street machen sich Zinsängste breit.
Bild: Bloomberg

Dabei liessen die Standardwerte an der Nyse überwiegend etwas Federn, während die an der Nasdaq geführten Technologietitel mehrheitlich moderat zulegten. Dominiert wurde der Handelsverlauf ausschliesslich von Äusserungen von US-Notenbank-Repräsentanten.

Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag mit einem Minus von 0,29 Prozent bei 18 395,40 Punkten. Der Verlust der abgelaufenen Woche beläuft sich auf 0,85 Prozent. Der marktbreite S&P-500-Index sank am Freitag um 0,16 Prozent auf 2169,04 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 gewann hingegen 0,17 Prozent auf 4783,69 Zähler.

Yellen bleibt vage

Der zunächst festere Dow bekam einen gehörigen Dämpfer, nachdem der Vizepräsident der US-Notenbank (Fed), Stanley Fischer, angedeutet hatte, dass die Fed in diesem Jahr nicht nur einmal, sondern gleich zweimal ihren Leitzins anheben könnte. Zuvor hatte Fed-Präsidentin Janet Yellen für steigende Kurse gesorgt: Auf der renommierten Notenbankkonferenz im amerikanischen Jackson Hole sagte sie, die Argumente für eine Zinsanhebung seien in den vergangenen Monaten stärker geworden, nannte jedoch keinen Zeitpunkt für eine mögliche Zinsstraffung.

Experten zufolge sagte die Fed-Präsidentin im Grunde wenig Neues. "Die Investoren beruhigt, dass Janet Yellen eine Annäherung der Wirtschaft an die Ziele der Notenbank verkündet, gleichzeitig eine baldige Zinserhöhung aber noch nicht ausgemachte Sache ist. Damit hält sie das Umfeld im Optimalszenario niedriger Zinsen bei einigermassen stabiler Wirtschaft in den USA", kommentierte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research.

US-Konsumentenstimmung trübt sich ein

Frische US-Konjunkturdaten traten angesichts der Yellen-Rede in den Hintergrund und zeigten kaum Wirkung auf die Kurse. So war das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal mit 1,1 Prozent wie erwartet etwas schwächer ausgefallen als zunächst ermittelt. Die Stimmung der US-Konsumenten hatte sich im August hingegen überraschend weiter eingetrübt.

Bedeutende Unternehmenszahlen standen zu Wochenschluss nicht mehr auf der Agenda. Apple sanken um 0,59 Prozent. In den Produkten des iPhone-Herstellers war eine Schwachstelle aufgedeckt worden. Nutzer einer Spionage-Software können sich darüber Zugriff auf Nachrichten, Anrufprotokolle oder Passwörter verschaffen.

Die Aktien von Herbalife fielen um 2,31 Prozent. Ursache waren Marktspekulationen, wonach Multimilliardär Carl Icahn derzeit einen Käufer für seine Beteiligung an dem Diätprodukte- und Kosmetikanbieter sucht.

Der Eurokurs reagierte mit einem deutlichen Minus auf die Fischer-Kommentare. Im US-Handel sank der Kurs der Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,12 US-Dollar und stand zuletzt bei 1,1198 Dollar. Im europäischen Nachmittagsgeschäft war der Eurokurs nach der Yellen-Rede noch bis auf 1,1340 Dollar gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1290 (Donnerstag: 1,1290) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8857 (0,8857) Euro. Richtungweisende zehnjährige Papiere sanken um 15/32 Punkte auf 98 27/32 Punkte und rentierten mit 1,63 Prozent.

(AWP)