Federal Reserve - US-Notenbanker: Zinspause ist nicht in Stein gemeisselt

Die für dieses Jahr angekündigte Zinspause der US-Notenbank Fed ist nach Aussagen eines führenden Notenbankers nicht in Stein gemeisselt.
23.03.2019 05:21
Sitz der Federal Reserve in Washington, D.C.
Sitz der Federal Reserve in Washington, D.C.
Bild: Bloomberg

Stillzuhalten sei definitiv eine Möglichkeit, sagte der Präsident des Fed-Ablegers von Atlanta, Raphael Bostic, am Freitag. "Aber je nachdem wie sich die Wirtschaft entwickelt, sind für mich sowohl eine Zinserhöhung als auch eine Zinssenkung auf dem Tisch."

Die Geduld der Fed bedeute nicht, dass Zinserhöhungen bis zum Ende des Jahres ausgeschlossen seien und sich die Fed in ihrem Handlungsspielraum einschränke. Er sei für alle Optionen offen. "Die Märkte sollten das verstehen und ich hoffe, ich habe meine Position klar zum Ausdruck gebracht", sagte Bostic am Ende einer geldpolitischen Konferenz der Fed von San Francisco.

Die Fed hatte am Mittwoch die eigentlich für dieses Jahr avisierten zwei Zinserhöhungen abgeblasen. Hintergrund sind die unsicheren Konjunkturaussichten. Nun sei eine großartige Zeit, geduldig zu sein, sagte Fed-Chef Jerome Powell. Aus den Konjunkturdaten lasse sich kein Grund ableiten, Zinsen zu erhöhen oder zu senken. Das hatte an den Märkten die Konjunktursorgen der Anleger geschürt.

Händler rechnen nun für das Jahresende sogar mit einer Zinssenkung. Die Chancen dafür werden auf 54 Prozent taxiert. Vom US-Bondmarkt gingen am Freitag sogar Signale einer nahenden Rezession aus.

(Reuters)