Finanzbranche 2019 - Abbau bei Banken weltweit nähert sich 60'000 Stellen

Der von Banken in diesem Jahr angekündigte Stellenabbau nähert sich 60'000 Stellen - wobei fast alle davon auf Europa entfallen.,
28.09.2019 15:39
Zentrale der Commerzbank in Frankfurt.
Zentrale der Commerzbank in Frankfurt.
Bild: cash

Negative Zinssätze und eine sich verlangsamende Wirtschaft veranlassen die Kreditgeber in Europa, ihre Kostensenkungen zu verstärken. Die Commerzbank hatte kürzlich angekündigt, 4300 Stellen zu streichen und damit eine vor drei Jahren begonnene Restrukturierung auszuweiten. Damit summieren sich die in diesem Jahr angekündigten Entlassungen auf rund 58'200, wobei etwa 90% dieser Kürzungen in Europa vorgenommen wurden.

Die Zahlen unterstreichen die Schwäche der europäischen Finanzindustrie, die mit einem fragmentierten Bankenmarkt, einem verlangsamten Wirtschaftswachstum und Negativzinsen zu kämpfen hat. Die Erwartung, dass die Zinsen irgendwann steigen würden, wurde in diesem Jahr zunichte gemacht, da der Handelskrieg zwischen den USA und China die Exporte der Region in Mitleidenschaft zog und die Europäische Zentralbank zwang, die Zinsen noch weiter unter Null zu drücken.

Banken aus Deutschland, das mehr vom Export abhängig ist als die meisten anderen großen Volkswirtschaften, führen die Liste der Stellenkürzungen an. Die Deutsche Bank plant, bis 2022 rund 18.000 Mitarbeiter zu entlassen, da sich das Unternehmen aus einem großen Teil seines Investmentbanken-Geschäfts zurückzieht. Kreditgeber aus Spanien, Großbritannien und Frankreich streichen Tausende von Stellen, um die Profitabilität zu sichern.

Es sieht jedoch nicht im gesamten europäischen Bankensektor nur düster aus. Firmen schaffen auch neue Arbeitsplätze, um ihre Technologie zu aktualisieren und die Compliance zu verbessern. Die Commerzbank, die Ende letzten Jahres 41'486 Vollzeitbeschäftigte hatte, plant, im Rahmen ihrer Restrukturierung rund 2000 Stellen in “strategischen Bereichen“ neu zu schaffen.

(Bloomberg)