Finanzbranche - Bellevue Group prüft Verkauf der Bank-Tochter

Die Bellevue Group prüft strategische Optionen für die Bank am Bellevue.
25.06.2019 12:57
André Rüegg ist CEO der Bellevue Group.
André Rüegg ist CEO der Bellevue Group.
Bild: ZVG

Die Bellevue Group prüft derzeit verschiedene Optionen für die Bank am Bellevue. In diesem Rahmen würden "mit potenziellen Interessenten auch über einen möglichen Verkauf der Bank diskutiert", schreibt Bellevue Group in einer Mitteilung am Dienstag. Bis zu heutigem Zeitpunkt sei es aber nicht zum Abschluss eines Vertrages gekommen. 

Die lancierte Neupositionierung der Bank gestalte sich im aktuellen Umfeld schwierig, schreibt Bellevue weiter. Die bisher erzielten Resultate entsprächen nicht den Vorstellungen und Ambitionen von Verwaltungsrat und Gruppenleitung. Die Bank erlitt im Jahr 2018 einen Verlust von 8 Millionen Franken.

Zuvor hatte das Portal "Finews.ch" unter Berufung auf verschiedene Quellen berichtet, dass die Bank verkauft werden soll. Als potenzieller Käufer wurde die Luxemburger Gruppe KBL European Private Bankers genannt. Hinter dieser stehe unter anderem Jürg Zeltner, der frühere Wealth-Management-Chef der UBS.

KBL habe bereits eine "Due Diligence" durchgeführt und ein Angebot für die Bank am Bellevue platziert, hiess es weiter. Beraten werde Bellevue von PwC. Die Bellevue-Gruppe selbst sagte gegenüber "Finews", dass verschiedene Optionen für die Bank geprüft würden, bestätigte jedoch nicht, ob ein Angebot von KBL vorliegt oder nicht.

Die Bank am Bellevue hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 8,2 Millionen Franken erlitten. Wegen der Neuaufstellung der Bank und der Einstellung der Brokerage- und Corporate-Finance-Dienstleistungen war zwar ein Minus erwartet worden, allerdings bei rund 4 Millionen Franken.

Ursprünglich drittes Standbein

Bei der auf "unternehmerische Privatkunden" ausgerichteten Bank am Bellevue fehle es insgesamt an Wachstumsdynamik, hiess es im Februar. Damals wurde angekündigt, dass sich die Bank nun stärker von der Konkurrenz abheben soll, indem sie sich als "Haus der Ideen" profiliere.

Um auf ein tragfähigeres Niveau zu gelangen, müsste die Bank am Bellevue aber auch die verwalteten Vermögen, die Ende 2018 rund 1,8 Milliarden Franken betrugen, um etwa 1 Milliarde steigern, hiess es. Das hielt Gruppen-CEO André Rüegg damals noch für möglich.

Neben den zwei Standbeinen, dem Asset Management und eben der Bank am Bellevue, hatte der Bellevue-Chef damals zudem ein drittes Ertragsstandbeins angekündigt: Genannt wurden etwa Direktfinanzierungen bei nicht kotierten Unternehmen.

(cash)

 

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