Finanzbranche - Brexit treibt Vergütungen bei deutschen Asset Managern

Die Vergütungsaussichten für Mitarbeiter von Asset Managern in Deutschland sind sehr gut, nicht zuletzt auf Grund des Brexit.
16.09.2018 13:25
Deutsche Asset Manager können sich über mehr Lohn freuen.
Deutsche Asset Manager können sich über mehr Lohn freuen.
Bild: iNg

Das ist das Ergebnis einer Studie des Frankfurter Personalberaters Banking Consult, die Bloomberg News exklusiv vorliegt. Für einen Portfolio-Manager mit mindestens sieben Jahren Berufserfahrung werde am oberen Ende bereits heute im Schnitt ein Fixgehalt von 160.000 Euro und ein Bonus von 96.000 Euro pro Jahr gezahlt.

"Die Asset-Management-Branche ist vom Brexit mit am stärksten betroffen", sagt Thore Behrens, Vice President des Unternehmens. "Dies ist auf die tiefe Integration von Portfolios und Kundenstrukturen zwischen Kontinentaleuropa und Grossbritannien zurückzuführen."

Betroffen seien neben britischen Häusern auch viele Fondsgesellschaften aus den USA und aus Asien, welche London als ihren Europa-Standort gewählt hätten und künftig womöglich den einfachen Zugang zum EU-Markt verlieren.

Personal-Ausbau auf dem Festland

"Viele Asset-Manager planen, ihr Personal auf dem europäischen Festland in den nächsten Jahren auszubauen", sagt Behrens. "Das heisst aber auch, dass sich der Kampf um Top-Mitarbeiter extrem verstärken wird." Das gelte nicht nur für die Sales-Seite, sondern auch das Portfolio-Management, die Middle- und Back-Office-Bereiche sowie Risk und Compliance." Deutschland sei wegen seiner verkehrstechnischen günstigen Lage für den Vertrieb ideal.

Hinzu komme, dass ausländische Vermögensverwalter - vor allem aus Asien und dem Nahen Osten - ihren Marktanteil und ihr Präsenz in Europa ausbauen wollen und somit den Konkurrenzkampf verschärfen würden.

Die Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale (Helaba) hatte vor kurzem ihre Prognose bestätigt, dass die Hälfte der aus London abwandernden Finanzjobs nach Frankfurt kommen dürfte. Dies entspreche über einen Zeitraum von mehreren Jahren mindestens 8000 Leuten. Zuletzt war von China International Capital Corporation Ltd. (CICC) ein Büro in der Main-Metropole eröffnet worden.

Studie zeigt die Verdienstmöglichkeiten

Die Studie von Banking Consult hat für verschiedene Posten innerhalb des Asset Managements das aktuelle Vergütungsniveau inklusive Bonus in Deutschland untersucht und ist zu diesen Ergebnissen gekommen:

Ein Portfolio-Manager verdient zu Beginn seiner Karriere in der unteren Verdienstspanne derzeit etwa 63.000 Euro, in der oberen Spanne sind es insgesamt 84.000 Euro. Wer sieben Jahre oder mehr Berufserfahrung mitbringt, kann mit mindestens 143.000 Euro und bestenfalls mit 256.000 Euro rechnen. Ein Abteilungsleiter (Head) streicht in der oberen Spanne 400.000 Euro ein.

Ein Product Manager kann in den ersten drei Jahren seiner Karriere etwa 61.000 Euro in der unteren Vergütungsspanne verdienen, in der oberen rund 75.000 Euro. Jemand, der sieben Jahre oder mehr in diesem Bereich tätig ist, erhält zwischen 117.000 Euro und 196.000 Euro. Als Leiter winken im besten Fall sogar 304.000 Euro.

Im Bereich Institutional Sales winken in einer Junior-Position rund 69.000 Euro in der unteren Vergütungsspanne und 100.000 Euro in der oberen. Ab einer Berufserfahrung von sieben Jahren erhöhen sich die Werte auf 170.000 Euro beziehungsweise 340.000 Euro, wobei in der oberen Spanne die Boni auf einen Anteil von 50 Prozent kommen.

Die Studie basiert auf konkreten Gehältern in Deutschland, die aus der Arbeit des Personalberaters stammen, sowie auf Gesprächen mit Kunden und Kandidaten.

(Bloomberg)