Finanzbranche - Deutsche Bank: Katar nimmt Chairman-Suche selbst in die Hand

Die Grossaktionäre der Deutschen Bank aus Katar gehen einen ungewöhnlichen Weg: Sie sprechen Kandidaten für eine mögliche Nachfolge von Aufsichtsratchef Paul Achleitner direkt an.
28.09.2019 04:44
Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.
Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.
Bild: cash

Aufgrund des anhaltenden Kursverfalls werden Investoren der Bank immer ungeduldiger. Einige Repräsentanten der Königsfamilie von Katar haben auf der Suche nach potenziellen Top-Managern Gespräche mit einem internationalen Personalvermittler aufgenommen, wie aus informierten Kreisen verlautete.

Sie überlegen, ob sie versuchen sollen, Achleitner vor Ablauf seiner Amtszeit im Jahr 2022 hinauszudrängen, berichten die mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Sie baten um Anonymität, da sie über vertrauliche Erörterungen sprechen.

Die Bestrebungen aus Katar sind ein weiterer Beleg für die Frustration wichtiger Aktionäre der Deutschen Bank, nachdem die Aktie während Achleitners Amtszeit etwa 70 Prozent ihres Wertes verloren hat.

Nach einer turbulenten Phase, in der der Aktienkurs auf ein neues Rekordtief absackte und der vierte Konzernchef unter seiner Ägide ernannt wurde, erhielt der Österreicher auf der diesjährigen Hauptversammlung seine bislang niedrigste Entlastungsquote. Aufgrund der hohen Beteiligung hat Katar eine sehr starke Stimme bei der Wahl des nächsten Aufsichtsratsvorsitzenden.

Keine Stellungnahme der Deutschen Bank

Zwei Körperschaften aus Katar - Paramount Services und Supreme Universal - halten jeweils etwas mehr als 3 Prozent an der Deutschen Bank. Es ist nicht klar, ob beide Einheiten gemeinsam agieren, oder die Suche nur von einer vorangetrieben wird.

Die Deutsche Bank lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.

Die Suche der Aktionäre aus Katar scheint parallel zu Bestrebungen innerhalb der Deutschen Bank zu laufen, einen Nachfolger für Achleitner zu finden. Der Österreicher ist jedoch als Leiter des Nominierungsausschusses zuständig für das Verfahren, einen Nachfolger zu finden.

Er habe kürzlich mit der Suche nach potenziellen Kandidaten begonnen, plane aber seine Amtszeit, die 2022 endet, vollständig abzuleisten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen im vergangenen Monat.

(Bloomberg)

 
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