Finanzbranche - EU will für Fintechs attraktiver werden

Die EU-Finanzminister wollen diese Woche über eine Strategie beraten, wie die Europäische Union attraktiver für Firmen aus der jungen Finanztechnologie-Branche werden kann.
11.09.2017 17:12
Blick auf einen Computerchip. Die EU will für Fintech-Unternehmen attraktiver werden.
Blick auf einen Computerchip. Die EU will für Fintech-Unternehmen attraktiver werden.
Bild: Pixabay

In der estnischen Hauptstadt Tallinn soll Ende dieser Woche Reuters vorliegenden Dokumenten zufolge unter anderem darüber gesprochen werden, Unternehmen die grenzüberschreitende Expansion zu erleichtern. Die estnische EU-Ratspräsidentschaft schlägt in einem Papier ausserdem vor, mithilfe von flexibler Regulierung Start-ups der Fintech-Branche zu fördern. Nationale Regeln sollten ferner vereinheitlicht werden.

Die europäische Fintech-Branche ist im Vergleich zu jener in China und den USA sehr klein. Sie ist zudem in Grossbritannien konzentriert, das die EU 2019 verlassen will. Einem Papier des Brüsseler Forschungsinstituts Bruegel zufolge war 2015 der chinesische Fintech-Markt 102 Milliarden Dollar schwer. Auf den US-Markt entfielen demnach 36 Milliarden Dollar. In der EU werde die Branche mit sechs Milliarden Dollar bewertet und wachse langsamer als in anderen Weltregionen. Mehr als 80 Prozent dieses Geschäfts seien im Vereinigten Königreich ansässig. Teile davon könnten zusammen mit Banken und Fondsmanagern nach dem Brexit aus London in die EU abwandern. Die Fintech-Branche ausserhalb der EU könnte nach Ansicht von Bruegel noch mächtiger werden, wenn sie sich mit US-Internet-Riesen wie Amazon oder Google verbündet, die weit mehr Daten über Kunden zusammentragen könnten als Banken.

Die EZB-Bankenaufsicht hatte vorige Woche angekündigt, bald Richtlinien für den Umgang mit Fintech-Firmen herauszugeben. Momentan schiessen viele junge Unternehmen aus dem Boden, die herkömmliche Banken mit neuen Geschäftsmodellen und IT-Lösungen herausfordern oder sogar überflüssig machen wollen.

(Reuters)