Finanzbranche: Kaum Frauen im Management

Der Frauenanteil unter Führungskräften in der Schweizer Finanzbranche wächst laut einer Studie weiterhin nur langsam. In der Schweiz ist nur jede zwanzigste Geschäftsleitungsposition mit einer Frau besetzt.
13.06.2016 13:14
Im Management der Finanzbranche sind Frauen weiterhin untervertreten.
Im Management der Finanzbranche sind Frauen weiterhin untervertreten.
Bild: Bloomberg

Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Managementberatung Oliver Wyman hervor. Die Schweiz liegt damit auf Platz 30 von 32 untersuchten Ländern weltweit. Nur Japan und Südkorea schneiden noch schlechter ab.

In der Schweiz hätten zudem gerade mal 22% aller analysierten Unternehmen weibliche Verwaltungsratsmitglieder, heisst es weiter. Seit 2003 habe sich der Frauenanteil in den Verwaltungsräten damit zwar von einem niedrigen Niveau ausgehend verdoppelt, in den operativen Führungspositionen der Schweizer Finanzdienstleistungsunternehmen ist der Frauenanteil jedoch kaum gestiegen. Im Vergleich zu 2013 ist er mit -2% sogar leicht rückläufig.

Frauen bleiben in der Finanzindustrie weiter aussen vor

Frauen würden in der Finanzindustrie weiterhin nur selten unternehmerische Spitzenpositionen besetzen, heisst es in der Mitteilung. Besonders bei der Besetzung von Positionen in der Geschäftsleitung bleibe die Schweiz im globalen Vergleich auf den hinteren Rängen.

Der Aufstieg weiblicher Führungskräfte werde primär durch kulturelle Barrieren gebremst. Traditionell geprägte Rollenbilder und unflexible Arbeitszeitmodelle seien neben fehlender gesellschaftlicher Akzeptanz für alternative Lebensstile die grössten Hindernisse.

Die internationale Studie "Women in Financial Services" wurde den Angaben nach zum zweiten Mal erhoben. Untersucht wurden insgesamt 381 Finanzunternehmen in 32 Ländern. Insgesamt wurden 850 weibliche und männliche Mitarbeiter befragt, darunter rund 50 in der Schweiz.

(AWP)