Finanzbranche - Schweizer Privatbanken-Deals erreichen Rekordstand

Die Zahl der Transaktionen in der Schweizer Privatbankenbranche hat einer Studie zufolge 2017 den höchsten Stand seit der Finanzkrise erreicht.
26.08.2018 07:55
Besonders übernahmegefährdet sind mittelgrosse Banken.
Besonders übernahmegefährdet sind mittelgrosse Banken.
Bild: pixabay.com

Die Beratungsgesellschaft KPMG registrierte einer vergangenen Woche veröffentlichten Erhebung zufolge insgesamt 16 Übernahmen, Verkäufe und Zusammenschlüsse. Nachdem viele Institute ihre Notfallmassnahmen abgeschlossen und sich den verschärften regulatorischen Vorgaben angepasst hätten, stellten sie sich nun strategisch neu auf. Besonders Zukäufe im Ausland stünden hoch im Kurs. Am meisten Transaktionen gingen dabei in Lateinamerika über die Bühne.

KPMG rechnet mit weiteren Transaktionen. "Es gibt viele Kaufinteressenten", erklärte Branchenexperte Christian Hintermann. "Die Preis sind deutlich höher als noch vor zwölf oder 24 Monaten." Bis Mitte 2018 sei die Zahl der Schweizer Privatbanken auf 107 gesunken - 2010 waren es noch 163. Weitere 30 bis 40 Geldhäuser dürften in den kommenden Jahren dichtmachen, prognostizierten die Berater. Besonders gefährdet seien mittelgrosse Banken, die weder von Skalenvorteilen der grossen Anbieter noch von der Spezialisierung von Boutiquen profitieren können.

Nahezu die Hälfte der 90 in der Studie abgedeckten Banken verzeichneten 2017 Geldabflüsse. Insgesamt belief sich das Neugeld-Wachstum auf 0,9 Prozent. "Auf fünf Prozent müsste eine Bank kommen, um sich gesund zu entwickeln", erklärte Hintermann. Die Schweizer Privatbanken würden weniger stark wachsen als andere Finanzplätze und damit weiterhin Marktanteile etwa nach Asien verlieren.

(Reuters)