Finanzinstitut - Katars Staatsfonds hält bei Deutscher Bank die Füsse still

Der Staatsfonds von Katar kommt Insidern zufolge beim geplanten Einstieg bei der Deutschen Bank nicht voran.
14.04.2019 18:06
Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.
Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main.
Bild: cash

Die Qatar Investment Authority (QIA) sei schon vor Monaten - noch bevor die Fusionsgespräche mit der Commmerzbank bekannt wurden - auf die Aufseher zugegangen, um grünes Licht für eine grössere Investition in Deutschlands grösste Bank zu erhalten, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Staatsfonds habe bislang aber nicht die für eine Entscheidung nötigen Unterlagen geliefert. Es ist unklar, ob QIA das Interesse an einem Engagement bei der Deutschen Bank verloren hat oder mehr Zeit benötigt. Schon Ende 2018 gab es Medienberichte über einen möglichen Einstieg des Staatsfonds bei dem Geldhaus.

QIA, die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Finanzaufsicht Bafin sowie die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelte Aufsicht über die wichtigsten Banken in der Währungsunion lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Herrscherfamilie des Emirats Katar besitzt bereits mehr als sechs Prozent der Aktien, die sie in zwei Paketen hält. Daher würde eine Investition des katarischen Staatsfonds automatisch eine Überprüfung der Aufseher nach sich ziehen, um festzustellen, ob QIA mit den anderen Aktionären aus Katar gemeinsame Sache macht. Schon jetzt gehören die Araber zu den einflussreichsten Aktionären der Deutschen Bank. Daneben zählen die chinesische HNA, die weltgrösste Fondsgesellschaft Blackrock und der Finanzinvestor Cerberus zu den grössten Anteilseignern.

Geld für die Fusion?

Bei einer Fusion mit der Commerzbank würde der Deutschen Bank die Unterstützung durch einen neuen Grossinvestor in die Hände spielen. Zwar versucht Deutschlands grösstes Geldhaus einen Deal mit der zweitgrössten deutschen Privatbank möglichst ohne Kapitalerhöhung zu stemmen. Die Aufseher sind jedoch skeptisch, dass eine Fusion ohne frisches Geld möglich sein wird und werden einem Insider zufolge auf eine Kapitalerhöhung drängen. Die Deutsche Bank hatte am Freitag erklärt, es gebe keine Grundlage für die Annahme, dass die EZB-Bankenaufsicht die Aufnahme frischer Mittel verlangen werde.

Mehrere der bisherigen Grossaktionäre sehen eine mögliche Fusion mit der Commerzbank kritisch. Durch die Talfahrt des Aktienkurses haben sie in den vergangenen Jahren viel Geld verloren. Das gilt auch für die beiden Investmentvehikel von Katars Ex-Premier Hamad Bin Jassim Bin Jabor Al-Thani und seinem Cousin Hamad Bin Khalifa Al-Thani.

Sie waren 2014 im Zuge einer milliardenschweren Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank eingestiegen. Das ölreiche Katar sieht sich allerdings als langfristiger strategischer Investor in die Deutsche Bank und will sich den Zugang zum internationalen Finanzsystem sichern. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Nachbarstaaten haben seit 2017 eine Blockade gegen das kleine Emirat verhängt, weil sie Katar vorwerfen, Extremisten zu unterstützen.

(Reuters)

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