Finanzmarkt - Digitalisierung könnte jeden dritten UBS-Job kosten

Laut UBS-CEO Sergio Ermotti wird Technologie das nächste Jahrzehnt im Bankgeschäft prägen, da die Konkurrenz aus dem Ausland und grenzüberschreitenden Abflüsse die Margen im Schweizer Heimatmarkt drücken.
14.11.2017 16:00
Sergio Ermotti, CEO UBS Group.
Sergio Ermotti, CEO UBS Group.
Bild: Bloomberg

"Die letzten zehn Jahre waren geprägt von Regulierung, die nächsten zehn Jahre werden von Automatisierung und Digitalisierung geprägt sein", sagte Ermotti am Montagabend beim Europa Forum in Luzern.

Der Chef des grössten Vermögensverwalters der Welt bekräftigte, dass die nächste Dekade eine Reduzierung der UBS-Belegschaft um 30 Prozent mit sich bringen könnte, teilweise durch natürliche Abwanderung. Weiter sagte er, dass die Bank die Mitarbeiter nach Möglichkeit umschulen werde.

Aufgrund der niedrigen Zinssätze und der zurückhaltenden Kundenaktivitäten hat UBS die Bemühungen um Einsparungen beschleunigt. Seit Ermotti im Jahr 2011 an Bord kam, hat er den Handel zurückgefahren, um mehr Mittel für die Stärkung der Vermögensverwaltung zu gewinnen. UBS könne im Backoffice "effizienter" sein, wo die größten Einsparungen erwartet werden, sagte er.

UBS gebe mehr als 10 Prozent des Ertrags - mehr als 3 Milliarden Franken jährlich - für Informationstechnologie aus, sagte er. Veränderungen würden schrittweise erfolgen, statt mit einem Urknall, fügte er an.

Die Steuerregulierung im grenzüberschreitenden Geschäft sowie die Konkurrenz aus anderen Finanzzentren in Asien und den USA belasteten die Margen der Banken in der Schweiz und zwingen die Kreditgeber zu strategischen Veränderungen, sagte Ermotti. Technologie könnte die Konsolidierung beschleunigen, aber diejenigen, die sich anpassen können, könnten davon profitieren.

"Nicht jede Bank wird überleben. Es wird Gewinner und Verlierer geben."

(Bloomberg)