Finanzmärkte reagieren mit Schock auf US-Wahlen - Nikkei stürzt ab

Die US-Präsidentenwahl hat negative Auswirkungen auf die Aktienmärkte weltweit.
09.11.2016 07:31
Ihm steht ein turbulenter Tag bevor: Trader an der Wallstreet in New York.
Ihm steht ein turbulenter Tag bevor: Trader an der Wallstreet in New York.
Bild: Bloomberg

Aus Sorge über den Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen hat die Börse in Tokio am Mittwoch mit massiven Verlusten geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte um fast 1000 Punkte in den Keller. Zum Handelsende notierte der Index einen Abschlag von 919,84 Punkten oder 5,36 Prozent beim Stand von 16 251 54 Punkten.

Auch die Börse in Hongkong sackte ab, während der Kandidat der Republikaner bei der Auszählung in wichtigen US-Bundesstaaten führte. Der Hang Seng-Index verlor rund drei Prozent. In Seoul ging es mit dem Kospi-Index ebenfalls um rund drei Prozent abwärts. In Taiwan zeigte sich ein Minus von rund zwei Prozent - ähnlich an der australische Börse.

Von der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton hatten sich Analysten mehr Stabilität und auch Gewissheit erwartet, was mit der amerikanischen Wirtschaft passiert. "Aber wenn dieses Ergebnis in Gefahr gerät, werden wir eine ziemlich heftige Wende in den Märkten erleben", sagte Chris Conway, Chef des Australian Stock Report.

«Niemand ist abgesichert»

"Niemand hat sich gegen einen Sieg von Trump abgesichert, daher versuchen die Leute jetzt so schnell wie möglich auszusteigen", sagte Portfoliomanager Paul Nolte vom Vermögensverwalter Kingsview Asset Management. Stratege Juan Carlos Alderete vom Wertpapierhändler Banorte-IXE sagte: "Es ist eine Menge Panik am Markt."

Viele Anleger hofften auf einen Sieg der Demokratin Clinton. Sie steht an den Märkten für Kontinuität, während ihr republikanischer Rivale Trump von den Republikanern als unberechenbar und Investorenschreck gilt. Ein Sieg Trumps könnte zu einer starken Verunsicherung der Investoren führen und letztlich dazu, dass die erwartete Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) noch in diesem Jahr doch nicht kommt, sagte Volkswirtin Michelle Girard von der Bank RBS.

An den Rohstoffmärkten gaben die Ölpreise um mehr als drei Prozent nach, während sich die "Antikrisen-Währung" Gold um vier Prozent verteuerte. Auch die Kurse von US-Staatsanleihen zogen an.

(AWP/cash)