Finanzunternehmen - Deutsche Bank umwirbt Buyout-Giganten für mehr Deals

Die Deutsche Bank strebt offenbar mehr Geschäfte mit den aktivsten Dealmachern der Wall Street an. Für diesen Zweck werden Top-Managern ab sofort Milliarden von Dollar zur Verfügung.
15.07.2018 04:46
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.
Bild: cash

Vorstandschef Christian Sewing und andere leitende Manager der Bank haben sich in den letzten Wochen auf Führungskräfte grosser US-Private-Equity-Firmen konzentriert, um Beziehungen zu stärken und Mandate für die Finanzierung von Buyouts zu gewinnen, wie Bloomberg von Personen erfahren hat, die mit den Vorgängen vertraut sind.

Die Charme-Offensive folgt auf eine Entscheidung der Bank aus diesem Jahr, mehr Geld für Nicht-Investment-Grade-Verbindlichkeiten zur Verfügung zu stellen - etwa 16 Milliarden Dollar auf ihrer Bilanz, gegenüber bisher etwa 12 Milliarden Dollar, wie es weiter hiess.

"Es ist ein Bereich, der zu unseren Stärken in Nord- und Südamerika passt, wir werden uns nicht davor verstecken", sagte Mark Fedorcik, Co-President des Investmentbankengeschäfts, der sich zu dem Engagement auf der Bilanz nicht äussern wollte. "Wir haben historisch starke Beziehungen zu Private Equity."

Anteil am US-Markt soll ausgebaut werden

Buyout-Firmen haben im letzten Jahr eine Rekordmenge an Bargeld angehäuft, um Akquisitionen zu tätigen - Feuerkraft, die sie normalerweise durch Kreditaufnahme mit Hilfe von Banken vergrössern. Die in Frankfurt ansässige Deutsche Bank will ihren Anteil am US-Markt trotz der jüngsten Abgänge von Senior Dealmakern wieder aufbauen. Die Bank zählte vor der Finanzkrise zu den Top 5 Arrangeuren von US-Leveraged-Loans und rutschte im letzten Jahr auf Platz 9, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen.

In diesem Jahr ist die Deutsche Bank wieder auf Platz 7 aufgestiegen. Sie war involviert als Blackstone Group das spanische Glücksspielunternehmens Cirsa Gaming kaufte und beim Erwerb von Sky Betting & Gaming durch die Stars Group - einer der grössten New-Money-Deals im Markt.

Das Geschäft ist Fedorcik sehr wichtig, der den globalen High-Yield-Bond-Markt und Leveraged-Loan-Pool auf rund 20 Milliarden Euro schätzt. Mit dem an Land ziehen von Corporate-Finance-Deals hat er die Karriereleiter bei der Deutschen Bank erklommen. Im Mai hatte die Bank ihn wieder befördert und an die vorderste Linie eines Vorstosses gestellt, um die Kosten zu senken und sich auf Bereiche, in denen die Bank Stärken hat, zu konzentrieren.

(Bloomberg)