Finanzwerte führen Erholung an Schweizer Börse an

Die Schweizer Börse hat am Freitag angeführt von den Finanzwerten kräftig zugelegt. Händler sprachen von einer technischen Erholung nach den Verlusten der Vortage.
17.06.2016 17:30
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich: Der SMI legt am Freitag zu.
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich: Der SMI legt am Freitag zu.
Bild: cash

Nachlassende Sorgen um einen Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union machten die Anleger wieder risikofreudiger. Die Erholung könnte kommende Woche aber auslaufen, warnten Händler. "Am Donnerstag stimmen die Briten über den Brexit ab. Bis dahin dürften die Kurse eher wieder abbröckeln", hiess es. Einen Teil der Gewinne müsse man wohl auch mit dem grossen Eurex-Verfall und Deckungskäufen erklären, sagte ein anderer Händler.

Der SMI stieg um 1 Prozent auf 7714 Punkte. Am Donnerstag war der Leitindex um 0,6 Prozent gefallen. Die Erholung habe sich am Vorabend abgezeichnet, sagten Händler. Wegen der Ermordung der britischen Parlamentsabgeordneten und EU-Befürworterin Jo Cox könnte die Unterstützung für den Brexit zurückgehen.

Die Anleger zogen sich aus den sicheren Häfen Bundesanleihen und Franken zurück. Die Rendite der Eidgenossenobligationen stieg leicht. Die Rendite des dreissigjährigen Eidgenossen, die am Donnerstag erstmals überhaupt in die Minuszone gefallen war, erholten sich auf rentierte wieder mit 0,02 Prozent.

Quartals-Verfall sorgt für Umsätze

Der Quartals-Verfall sorgte für grosse Umsätze, hiess es. Am Hexensabbat werden an der Terminbörse Index-Optionen und -Futures sowie Optionen auf einzelne Aktien fällig.

Finanzwerte führten den Anstieg an. Credit Suisse stiegen 4,5 Prozent und UBS um 3,8 Prozent. Die Aktien der beiden Grossbanken weisen unter den Standardwerten mit einem Minus von 47 und 31 Prozent die stärksten Verluste im laufenden Jahr auf. Die beiden Banktitel waren am Donnerstag stärker unter Druck geraten, nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) in ihrem Stabilitätsbericht auf einen zusätzlichen Kapitalbedarf der beiden Institute hingewiesen hatte.

Ein Plus von 4,7 Prozent verzeichneten die Aktien von GAM. Der Titel des Assetmanagers war nach einer Gewinnwarnung um fast einen Fünftel eingebrochen.

Bei den Versicherungen legten die Aktien von Zurich 1,9 Prozent zu. Zurich verkauft die Marokkanische Tochter für 244 Millionen Euro an die deutsche Allianz.

Die Auswirkungen der Überschwemmungen in Europa seien für die Schweizer Versicherer nach bisherigem Wissensstand gering, hiess es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Zyklische Titel wie die der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont, des Personalvermittlers Adecco und des Zementkonzerns LafargeHolcim erholten sich um 1,3 bis zwei Prozent. Auch sie zählen zu den Aktien mit einer unterdurchschnittlichen Entwicklung im laufenden Jahr.

Bei den als krisenresistent geltenden Schwergewichten schwangen Aktien von Novartis mit plus 1,6 Prozent oben aus. Der Titel von Rivale Roche rückten 0,6 Prozent vor, der Lebensmitteltitel Nestle verliert 0,1 Prozent.

Meyer Burger mit Kurssprung

Am breiten Markt griffen die Marktteilnehmer ebenfalls nach stark gefallenen Papieren: Der Kurs von Meyer Burger legte 9,2 Prozent zu. Der Anteil des des Solarzulieferers zählt zu den am meisten leer verkauften Schweizer Aktien. Der Titel des Nahrungsmittelzusätzeherstellers Evolva gewann 4,4 Prozent und die Papiere der Derivatboutique Leonteq rückte um 2,2 Prozent vor.

Die Anteile von Dorma Kaba stiegen um 3,1 Prozent. Die Schliesstechnikfirma baut 440 Stellen in Deutschland ab. Gleichzeitig will das Unternehmen in Singapur und Suzhou in China rund neue 160 Stellen schaffen.

(Reuters)