Finanzwerte treiben Schweizer Börse hoch

Die Schweizer Börse ist am Dienstag mit Unterstützung durch gute Konjunkturzahlen gestiegen. Gefragt waren vor allem Aktien von Banken und zyklischen Firmen.
23.08.2016 17:30
Paradeplatz in Zürich mit UBS (hinten) und Credit Suisse (rechts): Die Bankaktien waren am Dienstag gesucht.
Paradeplatz in Zürich mit UBS (hinten) und Credit Suisse (rechts): Die Bankaktien waren am Dienstag gesucht.
Bild: cash

Wegen der ungewissen Zinsentwicklung in den USA blieben die Anleger aber vorsichtig, sagten Händler. Vor dem Treffen wichtiger Notenbank-Vertreter ab Donnerstag in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming trauten sie sich nicht recht aus der Deckung. Die Umsätze waren dünn. "Es braucht nicht viel, um den Markt in die eine oder andere Richtung zu bringen", sagte ein Händler. Der SMI stieg um  0,5 Prozent auf 8202 Zähler.

"Die US-Zinsen sind das bestimmende Thema", sagte ein Börsianer. Die Marktteilnehmer warten vor allem auf Fed-Chefin Janet Yellen, die am Freitag eine Rede hält. Zuletzt hatten prominente Fed-Vertreter Signale für ein früher als erwartetes Anziehen der Zinsschraube ausgesandt und damit die Marktteilnehmer aufgeschreckt.

Finanzwerte gefragt

Gefragt waren Finanzwerte, die zuletzt einen schweren Stand hatten. An der Spitze der Bluechips standen die Aktien der Grossbank UBS mit einem Plus von 3,3 Prozent. Die Anteile der Credit Suisse legten 2,7 Prozent zu und die des Vermögensverwalters Julius Bär zogen 2,2 Prozent an. Bei den Versicherungen stachen Zurich und Swiss Life mit Kursgewinnen von 1,7 und 1,9 Prozent heraus.

Die Aktien von Syngenta sanken um 0,6 Prozent. Die Titel des Agrarchemiekonzerns hatten am Vortag mit einem Kurssprung auf die Freigabe der Übernahme durch ChemChina durch die US-Behörde CFIUS reagiert. Die 43 Milliarden Dollar schwere Transaktion soll bis Jahresende abgeschlossen werden.

Die Anteile des Uhrenherstellers Swatch lagen 0,3 Prozent im Minus. Die Titel von Rivale Richemont schlossen unverändert.

Das Index-Schwergewicht Roche wurde mit geringfügig höheren Kursen gehandelt. Novartis stiegen um 0,6 Prozent. Nestle gaben 0,2 Prozent nach.

Bei den Anteilen zyklischer Firmen setzte sich mehrheitlich ein freundlicher Trend durch. ABB legten 0,8 Prozent zu, Geberit stiegen um je 0,5 Prozent und LafargeHolcim wurden um 1,1 Prozent höher gehandelt.

Am breiten Markt rückten die Aktien von Straumann 1,4 Prozent vor. Der Zahnimplantate-Hersteller erzielte im ersten Halbjahr einen Rekordumsatz von 461 Millionen Franken erhöhte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Der Halbjahresgewinn lag mit 95 Millionen Franken im Rahmen der Analystenerwartungen.

Ein besser als erwartetes Ergebnis schob die Aktien des Autozulieferers Feintool, des Milchverarbeiters Emmi und des Lebensmittel-Herstellers Orior an. Schwächer waren die Implenia-Anteile. Der Baukonzern verfehlte wegen Sonderkosten die Analystenerwartungen. Im internationalen Geschäft verbuchte Implenia ein Neubewertungsverlust von sechs Millionen Franken.

Die Aktien von Dufry kletterten 2,2 Prozent. Händler zufolge gehörten zu den Käufern Anleger, die in die Bordverpflegungsfirma Gategroup investiert hätten und in der Branche bleiben wollen. Gategroup wurde vom chinesischen Mischkonzern HNA übernommen und das Geld soll zum Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals ausgezahlt werden. Zudem empfahl Oddo Securities den Titel mit Kursziel 145 Franken zum Kauf.

Die Bachem-Titel legten 6,4 Prozent zu. Die Chemiefirma legt am Freitag ihre Halbjahresbilanz vor.

(Reuters)