Finma-Untersuchung - Pierin Vincenz tritt als Helvetia-Präsident zurück

Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ist als Präsident des Verwaltungsrates der Helvetia Gruppe zurückgetreten. Hintergrund ist ein laufendes Verfahren der Finanzmarktaufsicht.
18.12.2017 07:28
Vincenz wurde im Oktober 2015 VR-Präsident der Helvetia Versicherungen.
Vincenz wurde im Oktober 2015 VR-Präsident der Helvetia Versicherungen.
Bild: cash

Bei der Versicherungsgruppe Helvetia tritt VR-Präsident Pierin Vincenz per sofort zurück. Die Amtsgeschäfte übernehme Vizepräsidentin Doris Russi Schurter ad interim, bis an der ordentlichen Generalversammlung vom 20. April 2018 über die definitive Nachfolge bestimmt werde, schreibt die Helvetia in einer Mitteilung vom Montag.

Vincenz war in den vergangenen Wochen unter Druck gekommen, denn gegen den früheren Chef der Raiffeisen-Grupp hat die eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) ein sogenanntes Enforcement Verfahren eingeleitet. Darin gehe es um die "Handhabung von Interessenskonflikten während der Zeit bei Raiffeisen Schweiz", liess sich Vincenz selber Anfang November in der Presse zitieren.

"In den letzten Tagen ist klargeworden, dass sich das Finma-Verfahren nicht beschleunigen lässt und damit bis zur kommenden Generalversammlung von Helvetia im April 2018 nicht abgeschlossen sein wird", wird Vincenz in der heutigen Mitteilung der Helvetia zitiert. Die anhaltende Unsicherheit und die medialen Begleiterscheinungen, die dieses Verfahren mit sich bringe, hätten ihn dazu bewogen, im Interesse des Unternehmens per sofort zurückzutreten.

"Damit kann Helvetia unbelastet meine Nachfolge planen", so Vincenz weiter. Die Helvetia selber sei von der Finma-Untersuchung nicht betroffen, und die Untersuchung stehe in keinem Zusammenhang mit Pierin Vincenz' Tätigkeit bei Helvetia, unterstreicht das Unternehmen.

Vincenz gehört seit dem Jahr 2000 dem Verwaltungsrat der Helvetia an und amtete seit Oktober 2015 als Präsident. "In den letzten 17 Jahren hat Pierin Vincenz Helvetia entscheidend mitgeprägt: Er hat wichtige Veränderungen angestossen und Helvetia auf die Zukunft vorbereitet", so Doris Russi Schurter.

(AWP)