Fintechs - Dax-Neuling Wirecard erhöht den Gewinn deutlich

Der unter Druck stehende Zahlungsdienstleister Wirecard hat auch im abgelaufenen Jahr seinen Gewinn deutlich steigern können.
25.04.2019 08:11
Die Wirecard hat den Sitz in Aschheim bei München.
Die Wirecard hat den Sitz in Aschheim bei München.
Bild: ZVG

Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 347,4 Millionen Euro und damit knapp 36 Prozent, wie das Dax -Unternehmen am Donnerstag in Aschheim bei München mitteilte. Die Dividende will das Unternehmen um zwei Cent auf 0,20 Euro je Aktie aufstocken. Gemessen am Aktienkurs von 134 Euro ist das aber nach wie vor eine sehr geringe Ausschüttung, Wirecard-Chef Markus Braun betont immer wieder, dass das Unternehmen sein Geld lieber in Wachstum investiert.

Wirecard profitiert insbesondere vom boomenden Onlinehandel und den daraus resultierenden elektronischen Zahlungen bei Händlern. Das auf der Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen kletterte um gut 37 Prozent auf 124,9 Milliarden Euro, hiervon behält Wirecard Gebühren für die Abwicklung und Absicherung ein.

Der Umsatz stieg daher um gut 35,4 Prozent auf gut 2 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs um fast 37 Prozent auf 560,5 Millionen Euro, fiel damit aber etwas geringer aus als in den Eckdaten Ende Januar mitgeteilt. Die Prognose für das laufende Jahr, zwischen 740 und 800 Millionen Euro operativen Gewinn erwirtschaften zu wollen, behielt das Management bei.

Softbank rettet Kurs nach Krise

Zuletzt stand der im September in den Dax aufgestiegene Zahlungsdienstleister wegen umstrittener Bilanzierungspraktiken im Fokus von "Financial Times"-Berichten, was die Aktie heftig durcheinanderwirbelte. Mittlerweile hat die von Wirecard beauftragte Untersuchung einer Singapurer Anwaltskanzlei ergeben, dass Mitarbeiter in dem südostasiatischen Inselstaat tatsächlich gegen Bilanzregeln verstossen haben - allerdings weniger gravierend, als von der Finanzzeitung berichtet.

In der Zwischenzeit ist nicht nur die Börsenaufsicht eingeschritten: Auch die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es bei den Kursturbulenzen nicht mit rechten Dingen zuging. Beide Behörden ermitteln. Wegen der heftigen Kursschwankungen hatte die Bafin im Februar gar ein zweimonatiges Leerverkaufsverbot verhängt, das Ende vergangener Woche auslief. Am Mittwoch war dann bekannt geworden, dass der japanische Mischkonzern Softbank als Ankeraktionär bei Wirecard einsteigen wird, woraufhin der Aktienkurs deutlich anstieg.

(AWP)

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