Firmenbilanzen geben den Börsen die Richtung vor

Eine Flut von Firmenzahlen wird Anleger in der neuen Woche in Atem halten. Eine Börsen-Vorschau.
22.10.2016 14:10
An der Schweizer Börse steht eine grosse Zahl von Unternehmensresultaten an.
An der Schweizer Börse steht eine grosse Zahl von Unternehmensresultaten an.
Bild: cash

Die Berichtssaison ist in den USA bereits in vollem Gange und kommt nun auch in Europa in Fahrt: Mit der Deutschen Bank und Volkswagen legen auch die beiden Unternehmen Zahlen vor, die zuletzt die Schlagzeilen beherrscht haben. "Dabei wären steigende Gewinne am Ende des Tages die besten Argumente für steigende Aktienkurse", konstatierten die Experten der Weberbank. "Aus unserer Sicht überwiegen die Chancen für steigende Kurse."

Am Freitag büsste der Swiss Market Index (SMI) 0,43 Prozent ein auf 8'034,86 Punkte und verlor damit im Wochenvergleich rund 0,7 Prozent. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sank um 0,16 Prozent auf 1'242,60 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,31 Prozent auf 8'781,74 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titel schlossen 16 im Minus, 13 im Plus und einer (LafargeHolcim) unverändert.

In der abgelaufenen Woche hatte der Dax rund ein Prozent auf knapp 10.711 Punkte gewonnen. In den kommenden Tagen legt mehr als ein halbes Dutzend Dax -Firmen ihre Zwischenbilanzen vor. Dazu gehört der Bayer -Konzern (Mittwoch), der den US-Saatgutanbieter Monsanto für 66 Milliarden Dollar übernehmen will. Am Donnerstag ist die krisengebeutelte Deutsche Bank an der Reihe, der wegen Tricksereien am US-Immobilienmarkt eine Geldstrafe von 14 Milliarden Dollar droht. Rund eine Woche nach dem schweren Unglück in der Ludwigshafener Anlage veröffentlicht auch der Chemiekonzern BASF seine Geschäftszahlen.

Apple und Google öffnen die Bücher

Am Donnerstag öffnet auch Volkswagen seine Bücher. Wichtiger ist aus Anlegersicht aber ein Termin zwei Tage zuvor: Am Dienstag will das Bundesbezirksgericht San Francisco offiziell bekanntgeben, ob es dem milliardenschweren "Dieselgate"-Vergleich des Autobauers grünes Licht gibt. Richter Charles Breyer hat bereits Zustimmung signalisiert. Wegen der Manipulation von Abgaswerten müssen die Wolfsburger die betroffenen US-Fahrzeuge reparieren oder von den Kunden zurückkaufen.

In den USA stehen zudem die Zahlen von Apple (Dienstag), der Google-Mutter Alphabet und dem Online-Händler Amazon (beide Donnerstag) auf dem Terminplan. Sollten die amerikanischen Firmen die Anleger überzeugen, könnte die Wall Street eine ihrer typischen Jahresendrallys hinlegen, sagte Marktstratege Ryan Detrick vom Finanzdienstleister LPL. Aus dem europäischen Ausland werden die Zwischenbilanzen der Siemens -Konkurrenten Philips (Montag) sowie des Autobauers Fiat (Mittwoch) erwartet.

In der Schweiz steht auch eine Zahlenflut an: AMS (Montag), Novartis, Schindler, Syngenta, Feintool, Huber+Suhner, Panalpina (Dienstag), Bâloise, Glarner Kantonalbank, Logitech, Phoenix Mecano (Mittwoch), ABB, Clariant, Lonza, Sika, Also, Bucher, Molecular Partners, Straumann, Vontobel (Donnerstag), Geberit, UBS, Datacolor und HBM (Freitag).

Auf der Konjunkturseite warten Investoren gespannt auf die Zahlen zum britischen Wirtschaftswachstum im dritten Quartal am Donnerstag. Sie beschäftigt unter anderem die Frage, ob und wie sich die Diskussion um eine "harten" oder "sanften" Brexit auf die dortige Konjunktur auswirkt. Als sanft gilt ein EU-Austritt, wenn sich Großbritannien durch Kompromisse in den Scheidungsverhandlungen weiteren Zugang zum europäischen Binnenmarkt sichert.

Hinweise auf die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen liefert der Ifo-Index am Dienstag. Am Freitag stehen der Geschäftsklimaindex und das Stimmungsbarometer der Verbraucher auf der Agenda.

(cash/Reuters)