«Firmengründer an Bord» lohnt sich

Mit Aktien von Unternehmen, welche von ihrem Gründer geführt werden, lässt sich überdurchschnittlich gut verdienen. Das sagt zumindest eine Grossbank und nennt ihre Favoriten.
08.02.2016 08:20
Von Lorenz Burkhalter
Ein Paradebeispiel eines vom Firmengründer geführten Unternehmens: Das soziale Netzwerk Facebook.
Ein Paradebeispiel eines vom Firmengründer geführten Unternehmens: Das soziale Netzwerk Facebook.
Bild: Bloomberg

Erhebungen der Credit Suisse offenbaren: Aktien von Unternehmen, bei welchen der Firmengründer involviert ist, haben in der Vergangenheit überdurchschnittlich gut abgeschnitten.

Die für die Schweizer Grossbank tätigen Strategen haben dabei 650 solcher Publikumsgesellschaften über einen Anlagehorizont von zehn Jahren untersucht. Mit einem ziemlich deutlichen Ergebnis: Wenn der Firmengründer mit der Geschäftsleitung betraut war, liess sich aus Anlegersicht jährlich eine durchschnittliche Rendite von 13 Prozent erzielen. Immerhin jährlich noch 7,6 Prozent liess sich mit Aktien von Firmen verdienen, bei welchen der Gründer im Verwaltungsrat sass. Da mutet das jährliche Plus von 2,1 Prozent des Weltaktienindex von MSCI geradezu mager an.

Deshalb wird den Aktien von Facebook, Alphabet, LinkedIn, Haier Electronics, Suning, Zhongsheng, Anta Sports, Fosun International, Megacable, Magnit, Wilmar International, Hon Hai Precision und Diplomat Pharmacy bei der Credit Suisse auch in Zukunft eine überdurchschnittliche Kursentwicklung nachgesagt.

Wachstum kommt vor Dividende

Den Strategen zufolge weisen vom Firmengründer geführte Unternehmen schon seit Jahren ein überdurchschnittlich hohes Umsatzwachstum auf. Durchschnittlich 21 Prozent habe dieses seit 1995 betragen und das durchschnittliche Umsatzwachstum von 7,3 Prozent bei den im Weltaktienindex vertretenen Gesellschaften bei weitem übertroffen, so die Experten.

Allerdings hat dieses stolze Wachstum aus Sicht der Publikumsaktionäre seinen Preis. Denn die Jahresdividende liegt um rund 30 Prozent unter jener des Weltaktienindex. Irgendwie muss das organische Wachstum ja finanziert werden.

Auch Firmen aus der Schweiz

Die eindrückliche Kursentwicklung vergangener Tage zeigt allerdings, dass es sich für Anleger ausbezahlt macht, der Geschäftsentwicklung und nicht den Dividenden den Vorrang zu geben.

Es gibt auch bei uns in der Schweiz Publikumsgesellschaften, welche von dem oder den Firmengründern geführt werden. Prominentestes und gleichermassen erfolgreichstes Beispiel ist die Partners Group. In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Börsenwert des Anbieters alternativer Anlagen in etwa verfünffacht. Das Unternehmen erzielt schon seit Jahren einen konstant hohen Mittelzufluss, was nicht zuletzt den Geschicken der Firmengründern zu verdanken ist.

Ein weiteres Beispiel ist Leonteq. Seit der Abspaltung von EFG International im Oktober 2012 hatte sich der Börsenwert des Anbieters strukturierter Produkte zeitweise mehr als verzehnfacht. In den vergangenen Monaten geriet die Aktie jedoch unter Druck, nachdem sich einer der drei Mitgründer von seinem Beteiligungspaket getrennt hatte. Wie vergangene Woche bekannt wurde, ist mit DBS zudem ein wichtiger Partner für den asiatischen Markt abgesprungen. Dennoch kann sich die Kursentwicklung der Leonteq-Aktie der letzten Jahre noch immer sehen lassen.