«Flash Crash»-Händler bekennt sich vor US-Gericht schuldig

Sechseinhalb Jahre nach dem sogenannte «Flash Crash» an der Wall Street hat sich ein Londoner Händler vor einem US-Gericht der Marktmanipulation und des Betrugs für schuldig bekannt.
10.11.2016 01:46
Am 6. Mai 2010 verlor der Dow Jones kurzzeitig rund 1000 Punkte und damit etwa zehn Prozent.
Am 6. Mai 2010 verlor der Dow Jones kurzzeitig rund 1000 Punkte und damit etwa zehn Prozent.
Bild: Bloomberg

Der 37-jährige Navinder Sarao erklärte sich am Mittwoch einverstanden, 12,8 Millionen Dollar an illegalen Handelsgewinnen an die US-Regierung zu zahlen. Richterin Virginia Kendall sagte, der Angeklagte werde zudem eine Haftstrafe von 78 bis 97 Monaten absitzen müssen. Die Höchstgrenze bei derartigen Vergehen liegt bei 30 Jahren.

Sarao wird beschuldigt, mit einem computergesteuerten Handelsprogramm zum Absturz des US-Aktienmarktes am 6. Mai 2010 beigetragen zu haben. Damals verlor der Börsenindex Dow Jones kurzzeitig rund 1000 Punkte und damit etwa zehn Prozent. Dabei gingen fast eine Milliarde Dollar an Marktkapitalisierung verloren.

Der Beschuldigte wurde bis zum Urteil gegen eine Kaution von 750.000 Dollar auf freien Fuß gesetzt, wie Kendall bekanntgab. Er darf nach London zurückkehren, wo er im Hause seiner Eltern lebt. Von dort aus tätigte er auch seine Börsengeschäfte. Er handelte mit Terminkontrakten an der Chicagoer Börse (CME). 

(Reuters)