Florierendes Schweiz-Geschäft - Bâloise-Dividende über den Erwartungen - Aktie höher

Allen Unkenrufen zum Trotz erzielt Bâloise im vergangenen Jahr einen höheren Jahresgewinn. Dieser liegt wie auch die Dividende über den Analystenschätzungen. Die Aktie flirtet mit den Mehrjahreshöchstkursen.
23.03.2017 10:57
Von Lorenz Burkhalter
Unter Konzernchef Gert De Winter blickt die Bâloise-Gruppe auf ein starkes 2016 zurück.
Unter Konzernchef Gert De Winter blickt die Bâloise-Gruppe auf ein starkes 2016 zurück.
Bild: ZVG

Was schon der Zwischenbericht von Mitte November hatte vermuten lassen, ist bei Bâloise seit dem frühen Donnerstagmorgen gewiss: Der traditionsreiche Versicherungskonzern aus Basel kann auf ein solides Geschäftsjahr zurückblicken.

Als eierlegende Wollmilchsau erweisen sich einmal mehr die Schweizer Geschäftsaktivitäten. Diese bescheren dem Unternehmen umfangreiche Barmittel, welche eine grosszügige Erhöhung der Jahresdividende auf 5,20 Franken je Aktie erlauben. Analysten hatten im Vorfeld durchschnittlich mit einer Ausschüttung von 5,12 Franken gerechnet.

Es ist denn auch die grosszügige Dividendenpolitik, welche die Bâloise-Aktie an der Schweizer Börse SIX antreibt. Zur Stunde gewinnt sie noch 0,7 Prozent auf 136,80 Franken. Im frühen Handel wurden vorübergehend Kurse von bis zu 137,70 Franken bezahlt, was in Reichweite zu den langjährigen Höchstkursen von 138,20 Franken liegt.

Wie der für Baader Helvea tätige Analyst schreibt, übertrifft das vorliegende Jahresergebnis die Erwartungen. Seines Erachtens überrascht weder der Gewinnbeitrag aus dem Nichtleben-Geschäft noch jener aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft.

Einmalige Faktoren vs. operative Verbesserungen

Er macht vor allem das Leben-Geschäft für den besser als erwartet ausgefallenen Zahlenkranz verantwortlich, führt dies allerdings auf einmalige Faktoren wie hohe realisierte Gewinne und eine technische Anpassung bei der Sterblichkeit zurück. Die Aktie wird bei Baader Helvea weiterhin nur mit "Hold" eingestuft, das 121 Franken lautende Kursziel womöglich aber erhöht.

Auch der Berufskollege von der Zürcher Kantonalbank spricht von einer "insgesamt guten Entwicklung". Diese sei vor allem von operativen Verbesserungen getragen worden, so lässt er durchblicken. Zudem weist der Experte darauf hin, dass beim Reingewinn auch die moderate Steuerlast etwas geholfen habe. Die grosszügige Dividendenerhöhung erklärt er sich hingegen mit der weiterhin guten Eigenmittelsituation. Aufgrund der vergleichsweise stolzen Bewertung lautet das Anlageurteil unverändert "Marktgewichten".

Dividendenerhöhung zeugt von Zuversicht

Der für die Bank Vontobel tätige Analyst bezeichnet den vorliegenden Zahlenkranz als solide. Im Nichtleben-Geschäft seien in der zweiten Jahreshälfte keine weiteren Nachreservierungen notwendig gewesen, so schreibt er. Die Differenz zu den Konsensschätzungen erklärt auch er sich zudem mit höheren realisierten Gewinnen. Seinen Berechnungen zufolge stammen noch immer fast 80 Prozent des Jahresgewinns aus dem Heimmarkt Schweiz.

Was die vorgeschlagene Dividendenerhöhung anbetrifft, so findet der Experte nur positive Worte. In Kombination mit dem laufenden Aktienrückkaufprogramm zeugt die Anhebung der Ausschüttung seines Erachtens von Zuversicht in die zukünftige Ertragslage. Er stuft die Aktie wie bis anhin mit "Hold" und einem Kursziel von 138 Franken ein.

Auf Basis des vorliegenden Jahresergebnisses bekräftigt man bei Julius Bär die Kaufempfehlung für die Bâloise-Aktie und setzt das 135 Franken lautende Kursziel "in positive Revision". Als bremsend erweist sich hingegen eine Herunterstufung von "Outperform" auf "Neutral" durch die MainFirst Bank.