Flugbranche - Air France will 6'500 Arbeitsplätze streichen

Während die Air France Stellen abbaut, storniert Norwegian Air seine Bestellungen bei Boeing und SAS erhält Staatsgelder.
30.06.2020 17:33
Air France Flugzeuge auf dem Pariser Flughafen Orly.
Air France Flugzeuge auf dem Pariser Flughafen Orly.

Air France

Die französische Fluggesellschaft will Insidern zufolge bis Ende 2022 etwas mehr als 6.500 Arbeitsplätzen streichen. Ein entsprechender Plan solle den Gewerkschaften vorgelegt werden, sagten zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen. Etwa die Hälfte der Reduzierung Hälfte solle durch natürliche Fluktuation erfolgen. 1000 weitere Stellen sollten bei der Tochter HOP! wegfallen, sagte ein weiterer Insider. Air France lehnte einen Kommentar ab. Medien hatten zuvor berichtet, bei dem Konzern seien mehr als 7'500 Stellen bedroht.

SAS

Die durch die Corona-Pandemie unter Druck geratene skandinavische Fluggesellschaft bekommt eine Finanzspritze. Die Haupteigner Schweden, Dänemark und die Knut and Alice Wallenberg Foundation einigten sich auf einen Zuschuss von 14,25 Milliarden Kronen (1,4 Milliarden Euro) zum Eigenkapital und rund zwölf Milliarden als zusätzliche Mittel. Die Pläne umfassen unter anderem eine Aktienemission, neue Hybridanleihen und die Umwandlung von Anleihen

Norwegian Air

Der Billigflieger hat Bestellungen für 97 Boeing-Maschinen - darunter 92 Stück des Modells 737 MAX - abgesagt. Zudem werde man den US-Konzern auf Schadenersatz verklagen im Zusammenhang mit dem Flugverbot für die 737 MAX sowie Triebwerksproblemen bei 787-Maschinen. Norwegian leidet wie andere Fluggesellschaften unter der Corona-Krise.

Airbus

Der Flugzeugbauer will laut Gewerkschaftskreisen am Dienstagabend nach Börsenschluss seine Pläne für den Abbau von Tausenden Stellen bekanntgeben. Airbus wollte sich dazu nicht äußern. Das Unternehmen hatte die nächsten Schritte bis spätestens Ende Juli angekündigt. Airbus zieht mit dem Abbau die Konsequenz aus der Erwartung, dass das Flugzeug-Geschäft nach der Corona-Pandemie für mindestens zwei Jahre um 40 Prozent sinken wird.

(Reuters)