Folgen der Negativzinsen  - Auch Commerzbank-Tochter führt negative Zinsen für Privatkunden ein

Die Comdirect Bank hat negative Zinsen auf die Sichteinlagen von Privatkunden eingeführt. Die ersten Kunden müssen den Negativzins von minus 0,5 Prozent seit dem 1. Dezember zahlen.
04.12.2019 07:22
Die Comdirect Bank AG ist eine Tochter der Commerzbank.
Die Comdirect Bank AG ist eine Tochter der Commerzbank.
Bild: cash

Das geht aus einer Auswertung des Daten-Anbieters Biallo.de hervor, die Bloomberg exklusiv vorliegt und die von einer Sprecherin der Bank bestätigt wurde. Ihren Angaben zufolge gewährt die Tochter der Commerzbank AG einen Freibetrag von 250.000 Euro. Die ersten Kunden würden den Negativzins, der bei minus 0,5% liegt, seit dem 1. Dezember zahlen müssen. Die Bank treffe individuelle Vereinbarungen, ergänzte die Sprecherin.

Das Angebot von Festgeld- und Laufzeitkonten hat die Comdirect nach Angaben auf ihrer Webseite vorläufig eingestellt.

Im September war der EZB-Einlagensatz auf minus 0,5% gesenkt worden, was es für Geschäftsbanken teurer macht, überschüssige Liquidität bei der Zentralbank zu parken. Gleichzeitig wurden aber Ausnahmen eingeführt. Vor den Änderungen im September hatte die EZB-Zinspolitik deutsche Banken jährlich rund 2,4 Milliarden Euro gekostet.

Zuletzt hatten erste deutsche Institute damit begonnen, negative Zinsen sogar ab dem ersten Euro von bestimmten Privatkunden zu verlangen. Beobachter glauben, dass weitere Banken folgen werden.

(Bloomberg)

 

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