Fonds - DWS weist ESG-Vorwürfe erneut zurück - Aktie fällt dennoch weiter

DWS bleibt an der Börse unter Druck, obwohl die Fondssparte der Deutsche Bank erneut Vorwürfe ihrer ehemaligen Nachhaltigkeits-Chefin im Zusammenhang mit den ESG-Offenlegungen des Hauses zurückgewiesen hat.
27.08.2021 13:26
Logo von DWS in Frankfurt, zusammen mit dem Signet der Deutschen Bank.
Logo von DWS in Frankfurt, zusammen mit dem Signet der Deutschen Bank.
Bild: imago images / Hannelore Förster

DWS hatte am Donnerstag 14 Prozent ihres Börsenwerts verloren, nachdem bekannt geworden war, dass Behörden in den USA und Deutschland den Vorwürfen der entlassenen Managerin Desiree Fixler nachgehen. Am Freitag verfiel der Kurs in Frankfurt erneut um 1 Prozent.

“Die DWS steht zu den Offenlegungen in ihren Jahresberichten”, liess die Firma am Donnerstagabend wissen. “Wir weisen die Anschuldigungen einer ehemaligen Mitarbeiterin entschieden zurück. Die DWS wird sich im Rahmen ihrer treuhänderischen Verantwortung im Namen ihrer Kunden weiterhin konsequent für nachhaltige Geldanlage einsetzen.”

Vor ihrer Entlassung im März hatte Fixler die DWS darüber informiert, dass eine öffentlich kommunizierte Zahl für ESG-Vermögenswerte falsch sei. Dies geht aus einem Schriftsatz hervor, den ihre Anwältin im Verfahren gegen Fixlers Entlassung vorgebracht hat.  Fixler hatte auch darauf hingewiesen, dass “nur ein kleiner Teil der aktiven Portfoliomanager ESG-Integrationsfaktoren einbettet und dokumentiert”, so die Anwältin in dem von Bloomberg eingesehenen Brief. 

Fixler antwortete nicht sofort auf eine LinkedIn-Anfrage nach einem Kommentar, und ihre Anwältin lehnte eine Stellungnahme ab.

Mit Stand Ende 2020 hatte die DWS 459 Milliarden Euro Vermögenswerte als “ESG-integriert” bezeichnet, was mehr als die Hälfte ihres Gesamtportfolios entspricht. Hingegen wurden 75,6 Milliarden Euro als “ESG-dezidiert” bezeichnet.

“Wir waren und sind stets eindeutig in unseren Offenlegungen: Im Geschäftsbericht 2020 unterscheidet die DWS zwischen ‘ESG-integrierten AuM’ und ‘ESG AuM’ (die die DWS als ‘ESG-dezidiert’ bezeichnet hat) und hat beide Klassifizierungen ausgewiesen”, hieß es in der Erklärung der DWS am Donnerstag. “Wir sind bestrebt, dem Markt, unseren Kunden und Stakeholdern stets transparent zu zeigen, dass der Weg in eine nachhaltige Zukunft lang und herausfordernd ist.”

Die Untersuchung bei seiner Fondssparte kommt nicht nur für DWS-Chef Asoka Wöhrmann, sondern auch für Deutsche Bank-Chef Christian Sewing zur Unzeit. Zum einen kämpft die Deutsche Bank bereits mit genügend juristischen Themen, zum anderen versucht auch Sewing auf den ESG-Trend aufzuspringen.

(Bloomberg)

 
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