Frankreich auf Schrumpfkurs, Deutschland abgebremst

Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo im September überraschend verringert. Und Frankreichs Wirtschaft schrumpft.
23.09.2016 09:49
Blick zum Reichstag in Berlin: Im Hintergrund ziehen Wolken auf, wenn auch erst kleine.
Blick zum Reichstag in Berlin: Im Hintergrund ziehen Wolken auf, wenn auch erst kleine.
Bild: Pixabay

Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft fiel um 0,6 Punkte auf 52,7 Zähler, wie das Institut IHS Markit am Freitag zu seiner Umfrage unter Dienstleistungs- und Industrieunternehmen mitteilte. Dies ist ein 16-Monatstief. "Der deutsche Aufschwung hat im September weiter an Dynamik verloren", sagte Markit-Experte Oliver Kolodseike. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 53,4 Punkte gerechnet. Die Dienstleister halten sich nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten: Das Barometer für diesen Sektor fiel auf 50,6 von 51,7 Zählern im August. Die Industrie legte hingegen zu: Der Einkaufsmanagerindex stieg um 0,7 auf 54,3 Punkte.

Der Markit-Experte geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal weiter gewachsen ist, jedoch an Fahrt verloren hat. "Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Wachstumsrate von 0,7 Prozent vom Jahresanfang noch einmal erreicht wird."

Frankreichs Wirtschaft schrumpft

Frankreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank um 0,1 Prozent, nachdem es im ersten Vierteljahr noch um 0,7 Prozent gewachsen war, wie die Statistikbehörde INSEE am Freitag unter Berufung auf eine revidierte Schätzung mitteilte. Bislang war sie von einer Stagnation des BIP im Vergleich zum Vorquartal ausgegangen. Der nun ermittelte Rückgang ist der zweite in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Euro-Zone seit dem ersten Quartal 2013. Nach Angaben der Statistiker füllten die Unternehmen ihre Lager weniger stark auf. Das schlug sich in einer geringeren Produktion nieder. Ausserdem fuhren die Haushalte ihre Ausgaben zurück.

(Reuters)