Freenet - Sunrise-Grossaktionär will Änderungen beim UPC-Deal

Der Deal mit UPC überzeugt Sunrise-Grossaktionär Freenet nicht. Er strebe deshalb grundsätzliche Änderungen an, sagt Finanzchef Ingo Arnold.
09.03.2019 08:55
Hauptsitz der Sunrise an der Binzmühlestrasse in Zürich Oerlikon.
Hauptsitz der Sunrise an der Binzmühlestrasse in Zürich Oerlikon.
Bild: cash / pz

Freenet möchte Änderungen an der Struktur der geplanten Übernahme der Liberty-Global-Tochter UPC Schweiz durch Sunrise. Ob die Hauptaktionärin des Schweizer Kommunikationsunternehmens für oder gegen die Transaktion stimmen wird, ist indes offen.

"Aus heutiger Sicht überzeugt uns die Transaktionsstruktur nicht, und wir streben grundsätzlich Änderungen an", sagte Freenet-Finanzchef Ingo Arnold im Interview mit Bloomberg am Dienstag. Von der Bereitschaft der beteiligten Parteien zu Änderungen hänge ab, ob Freenet für oder gegen die Transaktion votieren werde, erklärte er.

Sunrise hatte vergangene Woche angekündigt, UPC Schweiz für 6,3 Mrd. Franken zu übernehmen und dafür eine Bezugsrechtsemission von rund 4,1 Mrd. Franken durchzuführen. Die Sunrise-Aktie sackte am Tag nach der Bekanntgabe 8,5 Prozent ab. Bei der bestehenden Transaktionsstruktur müssten die bestehenden Aktionäre "einen Grossteil der Risiken tragen", kritisierte Arnold. "Dazu wird auch noch ein Teil der Synergien an den Verkäufer abgegeben. Bei einem Cash Deal ist so etwas eher unüblich."

Keine Blockade möglich

Die vorgeschlagene Struktur habe ihn überrascht, sagte Arnold. "Ich war aber auch in den Prozess nicht eingebunden", fügte er hinzu. Freenet-Vorstandschef Christoph Vilanek "war als Mitglied im Sunrise-Verwaltungsrat über alle Schritte informiert, er ist aber natürlich zur Vertraulichkeit verpflichtet", so der CFO.

Freenet hält rund 24,5 Prozent an Sunrise. Für eine mögliche Blockade der Transaktion wäre eine Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie notwendig. "Da kommt es auf das Verhalten der anderen Shareholder an, zu denen wir keinen Kontakt aufgenommen haben", so Arnold. Zur Frage, ob aktivistische Investoren im Zusammenhang mit Sunrise in Kontakt mit Freenet getreten seien, wollte er sich nicht äussern.

Der 10. April, an dem die ordentliche Hauptversammlung von Sunrise geplant ist, ist nach Arnolds Einschätzung für die Abstimmung über die UPC-Transaktion zu früh, da zunächst die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) ihre Zustimmung geben müsse. Ob eine ausserordentliche Hauptversammlung "vor oder nach der Sommerpause stattfindet, hängt nach meinem Verständnis davon ab, wie schnell die Wettbewerbskommission entscheidet", so der Freenet-Finanzchef.

Auch wenn der Deal platzen sollte, wäre Sunrise gut aufgestellt, meint Arnold. "Unsere Hoffnung ist aber, dass die Parteien einen Kompromiss finden werden", sagte er.

Sunrise-Anteil bald abstossen

Freenet-Chef Vilanek hatte im Oktober gegenüber Bloomberg erklärt, sein Unternehmen könnte den Sunrise-Anteil "bald" abstossen. Ein möglicher Verkauf rücke mit der geplanten Transaktion nicht unbedingt in weitere Ferne, sagte Arnold. "Wir haben aber keinen Druck zu verkaufen, wir sind auch ohne einen Verkauf finanziell ordentlich aufgestellt."

Einen Mindestkurs, bei dem Freenet das Paket verkaufen würde, habe man nicht festgelegt. Jedoch sei Sunrise "deutlich mehr wert als es der aktuelle Kurs widerspiegelt", sagte der Vorstand. "Ich sehe einen fairen Wert, der definitiv über 80 Franken liegen dürfte auf Standalone-Basis." Die Sunrise-Aktie notierte am Donnerstagnachmittag bei 75,70 Franken.

Sollte das Sunrise-Paket verkauft werden, würde Freenet die Mittel zuerst nutzen, um die Leverage zu senken, sagte Arnold. "Darüber hinaus können wir uns vorstellen, Aktien im genehmigten Umfang von bis zu 10 Prozent zurückzukaufen." Mit Blick auf die Dividendenpolitik ergänzte Arnold, dass diese nicht von der Sunrise-Dividende abhängig sei. Von Bloomberg ausgewertete Daten zeigen, dass Analysten für das Geschäftsjahr 2019 eine unveränderte Dividende von 1,65 Euro je Aktie erwarten.

(Bloomberg)

 

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