Freundliche Stimmung setzt sich an der Schweizer Börse durch

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Donnerstagmittag fester.
17.11.2016 13:05
Vorwiegend positive Stimmung: Schweizer Börse am Donnerstagmittag.
Vorwiegend positive Stimmung: Schweizer Börse am Donnerstagmittag.
Bild: cash

Am Morgen war der Leitindex SMI mangels Impulsen von den Überseebörsen und insbesondere aufgrund der Abgaben bei den Pharmaschwergewichten zunächst noch wenig verändert gestartet. Doch nicht nur die im Handelsverlauf anziehenden Kurse bei Roche und Novartis gaben dem Gesamtmarkt Rückenwind. Auch insgesamt habe sich die Stimmung unter den Investoren etwas aufgehellt, heisst es im Handel.

Marktteilnehmer neigten dennoch eher zur Vorsicht, denn die starken Kursgewinne nach den US-Wahlen würden auch Potential für Rückschläge bergen. Und vor der ersten Kongressanhörung der US-amerikanischen Notenbankpräsidentin Janet Yellen seit dem Wahlsieg Donald Trumps am Nachmittag sei Abwarten das Motto der Stunde. Impulse könnten auch die US-Konsumentenpreise sowie der Philadelphia-Fed-Index im weiteren Tagesverlauf bereithalten.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,5% auf 7950 Punkte und steht damit nur etwa 10 Punkte unter dem bisherigen Tageshoch. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,5% auf 1251 zu und der breite SPI 0,5% auf 8684 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 24 im Plus und 6 im Minus.

Zurich nach Dividendenversprechen stark gesucht

Zurich (+2,6%) führen die Gewinnerliste unter den Bluechips an. Anleger zeigen sich erleichtert über das Versprechen, das der neue CEO Mario Greco am heutigen Investorentag abgegeben hat: Die Dividende soll nicht - wie am Markt teilweise befürchtet - gekürzt, sondern über die Jahre erhöht werden. Das klare Bekenntnis sei positiv zu werten, da diesbezüglich bisher Unsicherheit an der Börse herrschte, kommentiert die ZKB.

Unter Beobachtung stehen auch Julius Bär (+1,5%) nach dem Zwischenbericht über die vergangenen zehn Monate. Dieser wurde von Analysten als solide eingestuft. Per Ende Oktober 2016 wurden Vermögen von 327 Milliarden Franken verwaltet, womit die Expertenschätzungen leicht übertroffen wurden. Auch die Cost/Income-Ratio kommt gut an, die trotz Druck auf die Bruttomarge und eines beschleunigten Stellenaufbaus leicht besser als prognostiziert ausgefallen ist. Die Bär-Aktien lagen bereits in den Tagen vor der Veröffentlichung des Zwischenberichts sehr gut im Markt.

Gefragt sind zudem klassische Zykliker wie Swatch (+2,0%), Adecco (+1,4%), Sika (+1,4%), Richemont (+1,1%) und SGS (+1,0%). Mittlerweile haben auch Lafarge-Holcim (+0,7%) Oberwasser, nachdem im frühen Handel noch schwache Zahlen des irischen Baustoffkonzerns CRH auf dem Kursverlauf gelastet hatten. Am morgigen Freitag führt Lafarge-Holcim einen Capital Markets Day durch.

Auch defensive Werte gefragt

Aber auch Aktien mit eher defensiven Eigenschaften wie Givaudan (+1,7%) und Swisscom (+0,7%). Im Interview mit AWP erklärte Finanzchef Mario Rossi, er rechne mit anhaltendem Druck auf den Umsatz in der Schweiz. Wachstumschancen sieht er in Italien. Eine höhere Dividende stehe allerdings nicht zur Debatte.

Eine Stütze sind unter dem drei Schwergewichten lediglich Novartis (+0,4%), während Nestlé (+0,3%) und Roche (+0,2%) den Gesamtmarkt etwas ausbremsen. Novartis hatte weitere positive Studiendaten für sein Migränemedikament AMG Erenumab vorgelegt.

Im kleinen Feld der Verlierer verzeichnen Aryzta und CS (je -1,2%) nachrichtenlos die prozentual grössten Einbussen. Nennenswerte Verluste sind noch in Clariant (-0,6%) und Actelion (-0,4%) zu sehen. Letztere waren am Vortag nach einem positiven Analystenvotum und im Zuge von Übernahmegerüchten um fast 7% angesprungen.

Ausverkauf bei Meyer Burger geht weiter

Am breiten Markt weiten Leonteq (-2,6%) die am Vortag nach dem Zwischenrapport und dem Strategieupdate erlittenen Verluste aus. Meyer Burger geben ebenfalls um 2,6% nach. Für schlechte Stimmung im Solarsektor sorgen News aus den USA: Der grösste US-Solaranlagenhersteller First Solar gab bekannt, mehr als ein Viertel seiner Stellen zu streichen. Der Konzern erwartet aufgrund einer schwächeren Nachfrage in China für das kommende Jahr einen überraschend niedrigen Umsatz, wie es hiess. Gategroup (-0,6%) sind nach Zahlen mittlerweile ins Minus gerutscht.

Gesucht sind hingegen u.a. Industriewerte wie VAT (+2,6%), Bobst (+2,1%), Komax (+2,3%) und Forbo (+2,0%). Auch GAM (+2,0%) schneiden stark ab, nachdem mit der Zentralbank Norwegens ein neuer prominenter Aktionär in Erscheinung getreten ist.

(AWP)