Für cash-Leser steht der Weltmeister fest

In einer cash-Online-Umfrage mit über 2500 Teilnehmenden wurde der Gewinner der Fussball-Weltmeitserschaften in Brasilien erkoren. Das Ergebnis deckt sich mit den Prognosen grosser Banken.
29.05.2014 14:43
Von Daniel Hügli
Das Monument Cristo Redentor in Rio de Janeiro auf dem Berg Corcovado. In Rio wird am 13. Juli der WM-Final ausgetragen.
Das Monument Cristo Redentor in Rio de Janeiro auf dem Berg Corcovado. In Rio wird am 13. Juli der WM-Final ausgetragen.
Bild: Bloomberg

Die Würfel sind gefallen und der Ball ist im Tor: Gastgeber Brasilien gewinnt die Fussball-Weltmeisterschaften, die in knapp drei Woche mit dem Eröffnungsspiel lanciert werden. Dieser Meinung sind über 2500 Teilnehmer einer online-Umfrage von cash.

Der Sieg von Brasilien ist indes alles andere als deutlich: Auf das Gastgeberland fielen knapp 500 Stimmen oder 19 Prozent der Teilnehmenden. Dicht dahinter folgt Spanien, das 17 Prozent der Wählergunst auf sich vereinen konnte. Auf Deutschland, dem der Ruf einer typischen Turnier-Mannschaft vorauseilt, entfielen 15 Prozent der Stimmen. Pro Team konnte nur eine Stimme abgegeben werden.

Wohl eher patriotisches Wunschdenken widerspiegelt das Abstimmungsresultat für die Schweiz, die vierte im Poll wurde. Der Truppe von Trainer Ottmar Hitzfeld gaben 14 Prozent der cash-Wähler ihre Stimme, dies noch vor den grossen Fusballnationen wie Argentinien (9 Prozent) oder Italien (6 Prozent). Aber so unrealistisch ist das ja gar nicht. Immerhin steht die Schweiz auf Rang acht in der FIFA-Weltrangliste. Aussenseiterchancen werden auch Belgien eingeräumt (5 Prozent der Stimmen).

Das Verdikt der cash-Leser deckt sich mit den Einschätzungen der italienischen Bank UniCredit. Deren Ökonomen haben in einer neuen Modellrechnung durchgespielt, dass Brasilien den begehrten Pokal nach dem Finale am 13. Juli in Empfang nehmen kann. "Der Gastgeber wird sich durchsetzen, und zwar gegen Argentinien", sagt Deutschland-Chefökonom Andreas Rees. Deutschland werde demnach bloss Vierter.

Unicredit lieg mit ihren Prognosen oft richtig: 2010 prophezeiten sie Spanien den Titelgewinn in Südafrika und trauten Deutschland den Vormarsch ins Halbfinale zu - beides bewahrheitete sich dann.

Auch Goldman Sachs tippt auf Brasilien

Die Vorhersage von UniCredit beruht auf einer kompliziert anmutenden Formel, mit der Rees die fussballerische Stärke einer Nationalmannschaft mit Hilfe etlicher Variablen bestimmt. 2010 hatte sich die Prognose noch auf den Marktwert der Teams gestützt. Dieses Mal fliessen die Ergebnisse der vorangegangenen WM-Endrunde ebenso ein wie das Abschneiden in der Qualifikation. Dazu kommen die Platzierungen der jeweiligen U17- und U20-Nationalmannschaften der vergangenen acht Jahre.

Ergänzt wird das Ganze noch mit Details wie dem Heimvorteil für Brasilien. Auch andere südamerikanische Länder dürften davon profitieren, dass die WM auf ihrem Kontinent stattfindet. Dort hat noch nie eine europäische Mannschaft die Nase vorn gehabt, während die Südamerikaner zuhause immer stark auftrumpften.

"Das Ergebnis hängt dann natürlich auch noch vom Spielplan ab", ergänzt Rees. So gelten die Gruppen B mit Spanien, Chile und den Niederlanden sowie D mit Uruguay, England und Italien als sogenannte Todesgruppen, da mindestens jeweils eines dieser starken Teams schon in der Vorrunde die Segel streichen muss. "Umgekehrt können einige schwächere Teams mit Losglück in die Runde der letzten 16 oder sogar noch weiter kommen." Das alles hat der Ökonom in seiner Modellrechnung berücksichtigt.

Auch Goldman Sachs kommt mit ihrer WM-Prognose zum selben Ergebnis: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 48,5 Prozent wird sich demnach der Gastgeber im Endspiel gegen den Nachbarn und Erzrivalen durchsetzen - mit 3:1. Deutschlands Chancen auf den WM-Titel liegen demnach nur bei 11,4 Prozent. Goldman-Chefökonom Jan Hatzius hat mit seinen Kollegen etwa 14'000 internationale Spiele ab 1960 analysiert.

Die brasilianische Mannschaft ist übrigens auch für die grössten Wettbüros der Top-Favorit. Wer auf den Gastgeber setzt, kann zurzeit mit einer Quote zwischen 1:3 und 1:4 rechnen.

(mit Material von Reuters)