Furcht vor Bankenkrise ebbt ab - US-Börsen legen zu

Der US-Aktienmarkt hat am Freitag die Furcht vor einer Finanzkrise zunächst abgeschüttelt. Zusätzlich lieferten positive Signale aus der US-Wirtschaft Rückenwind.
30.09.2016 22:41
Die US-Fahne weht vor New York im Wind.
Die US-Fahne weht vor New York im Wind.
Bild: Pixabay

Das Geschäftsklima in der Region Chicago sowie die Stimmung der Verbraucher im September hatten sich überraschend deutlich aufgehellt. Der Dow Jones Industrial schloss 0,91 Prozent höher bei 18 308,15 Punkten.

In der abgelaufenen Woche ging es für den US-Leitindex damit moderat nach oben; die Bilanz für den September fällt mit einem Minus von etwa einem halben Prozent etwas schwächer aus. Für das abgelaufene dritte Quartal bedeutet das einen Anstieg um rund 2 Prozent.

Der marktbreite S&P 500 gewann am Freitag 0,80 Prozent auf 2168,27 Zähler und für den technologiewertelastige Nasdaq 100 ging es um 0,77 Prozent auf 4875,70 Punkte nach oben.

Hoffnung für die Deutsche Bank

Am Donnerstag hatten sich die Befürchtungen um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank zugespitzt und die meisten US-Finanzwerte mit nach unten gezogen. Ein Medienbericht liess die Anleger zum Wochenschluss aber aufatmen, demzufolge das deutsche Geldhaus kurz vor einer Einigung mit der US-Justiz auf eine Strafzahlung in Höhe von 5,4 Milliarden US-Dollar für umstrittene Hypothekengeschäfte steht. Das wäre deutlich weniger als die 14 Milliarden Dollar, mit denen die US-Justiz bisher droht.

Bankaktien waren angesichts der Entspannung rund um die Deutsche Bank gefragt. Die Papiere der Bank of America , der Citigroup und von Morgan Stanley gewannen jeweils mehr als 3 Prozent. Goldman Sachs und JPMorgan stiegen um rund eineinhalb Prozent.

Qualcomm-Übernahmepläne im Fokus

Zudem sorgte eine sich womöglich in der Halbleiter-Industrie anbahnende grosse Übernahme abermals für Bewegung. Der Chiphersteller Qualcomm verhandelt laut einem Zeitungsbericht über einen Kauf seines europäischen Rivalen NXP. Beide Aktien hatten bereits am Donnerstag deutlich davon profitiert. Am Freitag ging es weiter nach oben: Die Qualcomm-Papiere stiegen um rund eineinhalb Prozent und die Aktien von NXP legten um mehr als 6 Prozent zu.

Die Anteilscheine der Grosshandelskette Costco gewannen 3,40 Prozent, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen im abgelaufenen Geschäftsquartal übertroffen hatte.

Das Softwareunternehmen Nutanix feierte derweil ein erfolgreiches Börsendebüt. Die Papiere stiegen bis auf 37 US-Dollar. Damit hatten sie ihren Wert im Vergleich zum Ausgabepreis von 16 Dollar mehr als verdoppelt.

Der Kurs des Euro stieg im Yorker Handel bis auf zuletzt 1,1242 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1161 (Donnerstag: 1,1221) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8960 (0,8912) Euro. Am Markt für US-Staatsanleihen fiel der Kurs richtungweisender zehnjährige Papiere um 10/32 Punkte auf 99 4/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,60 Prozent.

(AWP)