Fusionen und Übernahmen - Zahl der Übernahmen so hoch wie seit Jahren nicht mehr

Für Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz war 2018 das aktivste Jahr bei Fusionen und Übernahmen seit mindestens 2007. Ansteigender Protektionismus bedroht die Transaktionen allerdings.
26.01.2019 06:00
Über 3'300 Deals wurden letztes Jahr in der DACH-Region angekündigt.
Über 3'300 Deals wurden letztes Jahr in der DACH-Region angekündigt.
Bild: iNg

Angeführt wurden die Fusionen und Übernahmen von Transaktionen aus den Branchen Konsumgüter, Telekommunikation und Versorger. Über 3'300 Deals wurden letztes Jahr in der DACH-Region angekündigt, zeigen von Bloomberg zusammengetragene Daten. Sie betrafen Unternehmen im Gesamtwert von mehr als 295 Mrd. Euro, ein Anstieg um mehr als ein Fünftel gegenüber 2017 und eines der stärksten drei Jahre im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre.

Europas grösste Volkswirtschaft steuerte den Löwenanteil bei. Käufer gaben 103 Mrd. Euro für Unternehmen und Unternehmensteile aus Deutschland aus, das zweithöchste Volumen seit zehn Jahren. Die beiden grössten Übernahmen waren Vodafone Groups Kauf von Unitymedia und weiteren Assets von Liberty Global für gut 18 Mrd. Euro, sowie der Kauf von Innogy durch EON für 17 Mrd. Euro. Schweizer Unternehmen erhielten in Summe 279 Gebote über in Summe knapp 36 Mrd. Euro. Für Unternehmen aus Österreich wurden insgesamt 5 Mrd. Euro geboten, verteilt auf 108 Transaktionen.

"Die zunehmende Fokussierung von Konglomeraten auf ihr Kerngeschäft durch Veräusserung von Randaktivitäten hat dem Fusionsmarkt 2018 über fast alle Branchen deutliches Momentum beschert," sagte Tim Johannsen-Roth, Chef des M&A-Geschäfts von Linklaters in Deutschland. "Wir erwarten, dass sich diese Entwicklung 2019 fortsetzt, besonders in den Branchen Energie, Industrie und Chemie."

Konsumgüterbereich dominiert

Der Konsumgüterbereich zog die meisten Käufer an: Bacardi, Nestle, Keurig Dr. Pepper sowie Procter & Gamble Co. gaben jeweils Milliarden aus für Zukäufe in der DACH-Region. Die erfolgreichsten Finanzberater in der Region waren - analog der weltweiten Rangliste - Goldman Sachs, gefolgt von Morgan Stanley und JP Morgan.

Nach Megadeals sieht es auf Grund von zunehmenden Sanktionen und Handelskonflikte im laufenden Jahr allerdings nicht aus, sagte Johannsen-Roth. "Mit Blick auf die geopolitische Landschaft und weiter ansteigenden nationalen Protektionismus werden sich grosse länderübergreifende Transaktionen 2019 weiterhin massiven Herausforderungen gegenüber sehen."

(Bloomberg)