G20-Bericht - Deutschland fürchtet US-Ausstieg auch bei Finanzthemen

Die deutsche Bundesregierung fürchtet einem Medienbericht zufolge, dass sich die USA aus zentralen Vereinbarungen bei der Kontrolle der Finanzmärkte zurückziehen könnten.
30.06.2017 14:00
Donald Trump foutiert sich um internationale Zusammenarbeit und setzt auf einen Alleingang des Landes. Nun auch in der Finanzbranche?
Donald Trump foutiert sich um internationale Zusammenarbeit und setzt auf einen Alleingang des Landes. Nun auch in der Finanzbranche?
Bild: Bloomberg

Die deutsche Bundesregierung habe Hinweise darauf, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump nach dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auch von der Zusammenarbeit im Kampf gegen Steueroasen und Steuerdumping sowie dem gemeinsamen Vorgehen bei der Regulierung der internationalen Finanzmärkte abrücken könnte, berichtete der "Spiegel" vorab.

Nach Informationen von Reuters führt der Wirtschaftsberater der Kanzlerin und G20-Sherpa, Lars-Hendrik Röller, am Freitag Gespräche in Washington. Als Sherpa ist Röller massgeblich für die Abschlusserklärung des G20-Gipfels in Hamburg kommende Woche verantwortlich. Kanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Donnerstag schwierige Gespräche in Hamburg zu den Themen Klimaschutz und Freihandel angekündigt.

Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries verschärfte unterdessen den Ton im schwelenden Streit um Stahlexporte in die USA. "Die EU wird angemessen reagieren, falls die USA Handelsbeschränkungen gegen deutsche oder europäische Stahlunternehmen einführen", sagte die SPD-Politikerin dem "Spiegel". Am Mittwoch hatte US-Handelsminister Wilbur Ross Deutschland und Europa mit einer schärferen US-Politik gegen als unfair eingeschätzte Importe gedroht.

(Reuters)