GAM rüstet sich für Zukäufe

Der Vermögensverwalter GAM will seine Schlagkraft für mögliche Übernahmen erhöhen.
06.03.2016 12:05
GAM-CEO Alexander Friedman.
GAM-CEO Alexander Friedman.
Bild: cash

Die Firma will sich grünes Licht für eine mögliche spätere Kapitalerhöhung von bis zu 20 Prozent der bestehenden Aktien holen. Zudem verfüge GAM über eine starke Bilanz und Netto-Barmittel von rund 630 Millionen Franken, erklärte Firmenchef Alexander Friedman diese Woche anlässlich der Publikjation der Jahreszahlen 2015. "Damit fühlen wir uns gut gerüstet, um Gelegenheiten wahrzunehmen", sagte der Amerikaner. GAM wolle sich in Bereichen verstärken, in denen die Firma bereits tätig sei. Das gelte etwa für das Geschäft mit Aktien oder alternative Anlagen wie Hedgefonds.

Die Zahl der möglichen Übernahmeziele auf Friedmans Radar hat zugenommen. Die Preiserwartungen von Verkäufern seien teilweise gesunken, erklärte er. Für die kleineren und mittelgrossen Vermögensverwalter werde es immer schwieriger, das Geschäft profitabel zu betreiben. Dazu kämen die steigenden Kosten für Regulation und die Vermarktung der Fonds. "Es ist sehr schwierig und teuer, einen weltweiten Verkaufs- und Vertriebs-Apparat aufzubauen." Friedman rechnet damit, dass grosse amerikanische Häuser in Europa zukaufen dürften. "Wir werden eine weitere Konsolidierung über den Atlantik hinweg sehen."

GAM habe keine Pläne für einen Zusammenschluss mit einem Konkurrenten. "Wir fühlen uns als unabhängige Anlagefirma sehr gut aufgestellt", sagte Friedman. Auch vor einer Übernahme von GAM, die Analysten zufolge angesichts der Kursflaute drohen könnte, fürchtet sich der CEO nicht. "Mein Job ist es, das Geschäft so effizient wie möglich zu führen und Wachstum zu erzielen", erklärte Friedman. "Das ist der beste Schutz vor einer solchen Entwicklung."

Längerfristig will GAM deutlich wachsen. Neben Akquisitionen soll auch das bestehende Geschäft einen gewichtigen Beitrag liefern. 2015 sammelte die Gesellschaft rund drei Milliarden Franken an neuem Geld ein und verwaltete zum Jahresende 119 Milliarden Franken. Vorerst dürfte das Umfeld GAM aber weiterhin bremsen. "Die schwierigen Trends im vierten Quartal und ihr Einfluss auf die Zuflüsse halten an", warnte Friedman.

(Reuters)