GE Money Bank: Schlägt nun die UBS zu?

Laut einem Bericht war Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz treibende Kraft hinter einem Kauf der GE Money Bank durch Aduno. Doch der Deal ist offenbar geplatzt. Jetzt könnte ein zuerst verschmähter Interessent zum Zug kommen.
16.07.2013 14:30
Von Daniel Hügli
UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler: Kommt die GE Money Bank in sein Herrschaftsgebiet?
UBS-Schweiz-Chef Lukas Gähwiler: Kommt die GE Money Bank in sein Herrschaftsgebiet?
Bild: cash

Vor zwei Wochen hätte der Deal bekannt gegeben werden sollen. Die Aduno-Gruppe wäre als Käuferin der GE Money Bank aufgetreten. Aber eben bloss "wäre". Denn der Deal platzte nach monatelangen Verhandlungen. Das berichtet am Dienstag das Branchenportal "Inside Paradeplatz", das sich auf mehrere Quellen beruft.

Laut dem Bericht war Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz Treiber des geplanten Kaufes von Aduno, deren Präsident Vincenz ist. Aduno ist im Kreditkarten-, Konsumfinanzierungs- und Leasinggeschäft tätig und hat verschiedene Schweizer Banken als Aktionäre. Raiffeisen hält einen Anteil von 25 Prozent, die Zürcher Kantonalbank ist mit 15 Prozent beteiligt, weitere Aktionäre sind die RBA-Banken, die Migros Bank und die Bank Coop. Mit der GE Money Bank und Aduno wären zwei führende Anbieter im Konsum- und Leasinggeschäft sowie dem Kreditkartenbusiness zusammengekommen.

Das Branchenportal spekuliert, dass der eingefädelte Verkauf des Schweizer Konsumkreditgeschäfts von General Electric von der Finanzmarktaufsicht gestoppt worden sein soll. Wegen der Raiffeisen-Engagements bei Leonteq und Wegelin sowie der Einführung des antizyklischen Kapitalpuffers der Schweizerischen Nationalbank wäre die Kapitaldecke bei Raiffeisen bei einem Aduno-Kauf zu dünn geworden, schreibt "Inside Paradeplatz".

Aduno verfügte Ende 2012 über eine Eigenkapitalquote von 19,6 Prozent. Das sei ein solides finanzielles Fundament für weiteres Wachstum auch nach Akquisition der Revi-Leasing, kommunizierte Aduno im März dieses Jahres. Der Gewinn bei Aduno stieg im Jahr 2012 auf 70,2 Millionen Franken verglichen mit 43 Millionen im Vorjahr. Die in Zürich-Altstettten beheimatete GE Money Bank, die 700 Mitarbeiter beschäftigt, verbuchte im letzten Jahr einen im Vergleich zu 2011 fast unveränderten Gewinn von 134 Millionen Franken.

GE Money Bank hat UBS-Vorgeschichte

Der geplatzte Deal rückt eine andere Bank wieder in den Fokus. Die UBS könnte bei der GE Money Bank nun zum Zuge kommen und die 1,5 Milliarden Franken aufwerfen, welche GE Money Bank kosten soll. Im letzten Dezember wurde am Markt gerüchtehalber herumgeboten, dass sich mindestens zwei Interessenten am Bieterverfahren für die Kreditbank beteiligten. Eine davon soll die UBS gewesen sein, so eine Meldung von Reuters im Dezember.

Im Konsumkredit-Geschäft ist die UBS in der Schweiz, wo die Bank in den nächsten Jahren wieder wachsen will, bislang nicht tätig. Dies im Gegensatz zu den wichtigsten Konkurrenten wie die Credit Suisse mit ihrer Tochtergesellschaft Bank-now. Der Kleinkredit- und Leasing-Markt hat in der Schweiz Schätzungen zufolge ein Volumen von über 15 Milliarden Franken. Ein Kauf der GE Money Bank der UBS wäre auch so etwas wie eine Heimkehr. Die GE Money Bank entstand in den 1990er Jahren aus den UBS-Vorgängerbanken Prokredit und Bank Aufina.

Seit dem Kauf der brasilianischen Banco Pactual im Jahr 2006 hat die UBS keinen grösseren Zukauf mehr abgewickelt. Für Investitionen und Wachstumsprojekte hat die UBS bis Ende 2015 rund 1,5 Milliarden Franken zur Seite gelegt.

Der US-Mischkonzern General Electric seinerseits ist seit über einem Jahr noch intensiver daran, das Finanzgeschäft des Grossunternehmens abzuspecken. Bereits zu Beginn der Finanzkrise hatte GE das Konsumkreditgeschäft in Deutschland und Österreich an die spanische Bank Santander verkauft.