Geberit-Aktie liebäugelt mit den Höchstkursen

Allen Unkenrufen zum Trotz beschleunigt sich das Wachstum beim Sanitärtechnikkonzern Geberit im Schlussquartal. Auch die Erhöhung des Margenziels kommt bei Analysten gut an. Der Aktienkurs zieht kräftig an.
17.01.2017 11:18
Von Lorenz Burkhalter
Hat nach einem starken Schlussquartal gut Lachen: Geberit-Chef Christian Buhl.
Hat nach einem starken Schlussquartal gut Lachen: Geberit-Chef Christian Buhl.
Bild: cash

Wer den Sanitärtechnikkonzern Geberit nach dem durchwachsenen dritten Quartal bereits abgeschrieben hatte, wird am Dienstag eines Besseren belehrt: Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich das organische Umsatzwachstum im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2016 auf respektable 6,4 Prozent beschleunigt. Analysten hatten nur mit einem Wachstum von gut 2 Prozent gerechnet.

Und als ob das nicht schon genug wäre, erhöht das Unternehmen auch gleich noch die firmeneigenen Margenprognosen. Neu geht es für das vergangene Jahr von von einer operativen Marge (EBITDA) von um die 28,5 Prozent aus. Das liegt über den bisher angestrebten 28 Prozent und immerhin noch leicht über den Konsensschätzungen von 28,4 Prozent.

An der Schweizer Börse SIX wird die Geberit-Aktie von Anschlusskäufen erfasst und weiter nach oben getragen. Zur Stunde gewinnt sie weitere 2,6 Prozent auf 425,80 Franken. Im frühen Handel wurden zeitweise sogar Kurse von bis zu 430 Franken bezahlt, was in Reichweite zu den bisherigen Höchstständen bei 434 Franken liegt.

Geberit habe mit dem Jahresumsatz die Erwartungen leicht zu übertreffen vermocht, schreibt der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst in einem Kommentar. Er sieht sich insbesondere vom starken organischen Umsatzwachstum im vierten Quartal sichtlich angetan. Das gilt insbesondere im direkten Vergleich mit anderen europäischen Bauzulieferern.

Überraschend starkes Europa-Geschäft

Aufgrund der intakten Aussichten traut der Experte dem Sanitärtechnikkonzern Geberit im neuen Jahr ein organisches Umsatzwachstum von 4 Prozent und eine weitere Verbesserung der operativen Marge (EBITDA) auf 28,9 Prozent zu. In Anbetracht der stolzen Bewertung stuft er die Aktie aber weiterhin nur mit "Marktgewichten" ein.

Im Aktienhandel der UBS Investmentbank wird die solide Umsatzentwicklung in vielen europäischen Ländern für das besser als erwartet ausgefallene organische Wachstum verantwortlich gemacht. Österreich oder die skandinavischen Länder seien im Schlussquartal prozentual zweistellig gewachsen, so heisst es weiter. Auf Basis der leicht höheren firmeneigenen Margenerwartungen wird bei der Schweizer Grossbank auf die Möglichkeit steigender Konsensschätzungen hingewiesen. Das Anlageurteil für die Aktie lautet wie bis anhin "Neutral", das 12-Monats-Kursziel von 410 Franken wird womöglich erhöht.

Positive Vorzeichen für 2017

Wie der für die Bank Vontobel tätige Analyst schreibt, verzeichnet Geberit eine anhaltend starke Wachstumsdynamik. Dem Unternehmen sei es erneut möglich gewesen, die Erwartungen zu übertreffen, so ergänzt er. Angesichts der starken Dynamik und unterstützt durch eine verbesserte Stimmung in der europäischen Bauindustrie erwartet der Experte auch für das Jahr 2017 ein starkes Wachstum. Er empfiehlt die Aktie unverändert mit einem Kursziel von 465 Franken zum Kauf.

In Anbetracht des starken organischen Wachstums im Schlussquartal bezeichnet der Berufskollege von Société Générale die Erwartungen an die Jahre 2017 und 2018 als zu konservativ. Der Analyst selber geht für die beiden Jahre von einem organischen Wachstum von 8,8 und 7 Prozent aus, was substanziell über den jeweiligen Konsensschätzungen liegt. Dies spiegelt sich auch in der Kaufempfehlung sowie im 480 Franken lautenden 12-Monats-Kursziel für die Aktie wider.

Auch die Experten von Goldman Sachs und der Deutschen Bank zeigen sich bisweilen sehr zufrieden mit dem Schlussquartal. Wie es weiter heisst, blieben grössere Überraschungen anlässlich der Analystenkonferenz aus.