Geberit-Aktie sackt nach Ergebnisenttäuschung ab

Der Semesterausweis von Geberit fällt schlechter als erwartet aus. Sowohl der Reingewinn wie auch der Umsatz schrammten an den Vorgaben der Investoren vorbei. Die Aktie korrigiert an der Börse deutlich.
13.08.2013 09:26
Geberit-CEO Albert Baehny nach Ergebnisenttäuschung mit ernstem Gesicht.
Geberit-CEO Albert Baehny nach Ergebnisenttäuschung mit ernstem Gesicht.
Bild: cash

Im ersten Halbjahr 2013 erzielte Geberit einen Umsatz von 1,17 Milliarden Franken. Erwartet wurden indes 1,19 Milliarden Franken. Im Vorjahr hatte der Wert bei 1,14 Milliarden Franken gelegen.

Auch beim Reingewinn fielen die ausgewiesenen Zahlen tiefer als erwartet aus. Statt 244 Millionen Franken erwirtschaftete Geberit ein Plus von 233 Millionen Franken. 2012 betrug der Halbjahresgewinn noch 226 Millionen Franken. Die für das Unternehmen wichtigere EBITDA-Marge legte um 0,3 Prozentpunkte auf 26,5% zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Sie liegt damit über der anvisierten Bandbreite von 23 bis 25%, aber leicht unter dem ersten Quartal 2013, wo sie auf 26,9% zu liegen kam.

Im frühen Handel verliert die Aktie über 4 Prozent. Die Erwartungen seien nach dem jüngsten starken Kursanstieg der Aktie zu hoch gewesen, hiess es in einem Kommentar der Bank Notenstein.

Das Halbjahr sei von einem "sehr anspruchsvollen Umfeld" geprägt gewesen, schreibt Geberit, wobei das Wachstum im zweiten Quartal mit einem währungsbereinigten Plus von 1,2% leicht über dem Wachstum des ersten Quartals (+1,0%) gelegen habe.

Herausforderungen in der Bauindustrie bleiben anspruchsvoll

Die Hauptkonzernregion Europa legte währungsbereinigt um 1,3% zu, wobei sich die einzelnen Märkte wiederum sehr unterschiedlich entwickelten. Nahost/Afrika verzeichnete ein markantes Plus von 27,4%, wogegen Amerika wegen der "schlechten Verfassung des öffentlichen Bereichs" ein Minus von 6,6% verbuchte. Auch in der Region Fernost/Pazifik gingen die Verkäufe um 9,0% zurück.

Das Ergebnis profitierte im Vergleich zum Vorjahr von einem aufgrund des Insourcings des Dusch-WC-Geschäfts tieferen Warenaufwand und von geringeren Materialaufwendungen. Belastend hätten sich dagegen höhere Kundenboni, gestiegene Unterhalts-, Zoll- und Frachtkosten ausgewirkt. Keinen wesentlichen Einfluss hatten die Fremdwährungseffekte.

Für das Gesamtjahr 2013 rechnet Geberit mit einem währungsbereinigten Umsatzwaschstum von rund 3% sowie mit einer leicht über dem Vorjahr ausfallenden EBITDA-Marge. Die in einem schwierigen Umfeld erzielten Resultate des ersten Halbjahrs würden zuversichtlich stimmen, wiederum solide Ergebnisse erzielen zu können. Die Herausforderungen in der Bauindustrie würden indes auch für den Rest des Jahres unverändert anspruchsvoll bleiben, heisst es.

(AWP/cash)