Gefahren für Euro-Zone nach Brexit-Votum gestiegen

Das Votum der Briten für einen EU-Ausstieg ihres Landes hat nach Einschätzung der EZB die Konjunkturrisiken für die Euro-Zone erhöht.
18.08.2016 14:19
Getrennte Wege: Grossbritannien entscheidet sich gegen die EU-Mitgliedschaft. Für die EU-Konjunktur ist das kein guter Entscheid.
Getrennte Wege: Grossbritannien entscheidet sich gegen die EU-Mitgliedschaft. Für die EU-Konjunktur ist das kein guter Entscheid.
Bild: Bloomberg

Die Gefahren hätten "klar zugenommen", hiess es im Protokoll der EZB-Zinssitzung vom Juli in Frankfurt, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Es sei aber mehr Zeit nötig, um in den kommenden Monaten die hereinkommenden Informationen zu bewerten. Laut dem Protokoll sahen es die Währungshüter auf ihrer Sitzung deshalb noch als zu früh an, um über mögliche geldpolitische Antworten zu diskutieren.

Die Euro-Wächter hatten im vergangenen Monat den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent gelassen und waren vorerst in Lauerstellung geblieben. Akteure an den Finanzmärkten warten daher mit Spannung auf die September-Zinssitzung. Denn dann werden die hauseigenen Volkswirte der Notenbank ihre überarbeiteten Inflations- und Konjunkturprognosen vorlegen.

Auf ihrer Juli-Sitzung kamen die Euro-Wächter ausserdem zu der Einschätzung, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten in Reaktion auf das Votum der Briten weniger stark ausfielen, als befürchtet worden war. Die Unsicherheit werde aber nur allmählich im Zuge der Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU sinken, warnten die Ratsmitglieder. Sie forderten daher von den Regierungen, eine klare Vision für die Weiterentwicklung der EU und ihres Integrationsprozesses vorzulegen.

(Reuters)