Geldanlage - Goldman Sachs erwartet mehr «finanzielle Fragilität»

Nach Einschätzung von Goldman Sachs werden die Märkte selbst zu ihren schlimmsten Feinden.
26.03.2018 02:46
Erschrocken blickt ein Trader auf die Kurse an der Wall Street.
Erschrocken blickt ein Trader auf die Kurse an der Wall Street.
Bild: Bloomberg

Der Börseneinbruch Anfang Februar, der einen Anstieg beim Cboe Volatility Index verursachte, sei ein Symptom für eine wachsende "finanzielle Fragilität" beziehungsweise für grosse Kursschwankungen. Diese werden durch Zusammenbrüche der Märkte selbst verursacht, im Gegensatz zu Veränderungen der Fundamentaldaten, schrieb ein Ökonom der Bank Anfang Woche in einer Notiz für Kunden. Um die Sache noch schlimmer zu machen, gibt es laut Goldman Grund zur Sorge, dass die Liquidität in Zeiten gestörter Märkte versiegt.

"Zukünftige Liquiditäts-Störungen können Kursrückgänge verstärken, wenn der aktuelle Zyklus dreht", schrieb Charles Himmelberg, Goldmans Co-Chefökonom Märkte. "Die Handelsliquidität kann schlechter sein als es aussieht, weil das Handelsvolumen in vielen wichtigen Märkten zunehmend von mehr Geschwindigkeit und weniger Kapital dominiert wird."

Die Warnung vor Fragilität kam nur wenige Tage, nachdem die Bank am Freitag in einer Einschätzung darlegte, Anleger müssten sich an glanzlose Erträge gewöhnen, da die Volatilität steigt und sich Aktien und Anleihen stärker aufeinander zu bewegen. 

Neue Regulierungen und Technologien, wie der computergesteuerte Handel, haben die Art und Weise, wie Liquidität seit der Finanzkrise bereitgestellt wird, stark verändert. Goldman zufolge haben die Veränderungen Kapital für effizientere Verwendungen freigesetzt, sie werden jedoch auch Liquidität verringern, wenn sich der Zyklus dreht.

"Deshalb denken wir, dass die 'Märkte selbst' in die engere Auswahl der Spätzyklus-Risiken gehören, denen die Märkte möglicherweise selbstzufrieden gegenüber stehen", sagte Himmelberg. "Während die Analogie nicht perfekt ist und unsere Unsicherheit hoch ist, sehen wir Gründe dafür, dass 'Liquidität die neue Leverage ist’."

(Bloomberg)