Geldpolitik - Einige EZB-Räte plädierten für zuversichtlichere Tonart

Einige Währungshüter der EZB haben darauf gedrängt, dass Präsidentin Christine Lagarde auf der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid einen optimistischeren Blick auf die Konjunktur vermitteln sollte.
11.09.2020 09:32
Flaggen vor dem Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Flaggen vor dem Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Bild: Pixabay

Die Erholung von der Pandemie-bedingten Rezession hätte ihrer Ansicht nach als etwas besser als erwartet beschrieben werden sollen. Lagarde sagte in ihren einleitenden Bemerkungen dann allerdings, der Konjunkturaufschwung stehe "weitgehend im Einklang mit unseren bisherigen Erwartungen".

Wie weiter zu hören war, zeigte sich Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau besonders optimistisch für die Wirtschaftsaussichten in seinem Land.

Sprecher der EZB und der Banque de France lehnten Stellungnahmen ab.

Die EZB-Ratssitzung fand im Kontext gemischter Signale für die Wirtschaft statt. Einige der neuesten Konjunkturdaten deuten nach der starken Erholung nach dem Lockdown-Stopp auf eine Abkühlung der Aktivität hin. Die aktualisierten Prognosen der EZB vom Donnerstag zeigen jedoch, dass der diesjährige BIP-Einbruch weniger schwerwiegend ausfallen wird als noch vor drei Monaten prognostiziert.

Lagarde merkte auf der Pressekonferenz am Donnerstag an, dass die jüngsten Prognosen nicht die volle Wirkung des 750 Milliarden Euro schweren Aufbaufonds der Europäischen Union beinhalten und dass dies "eindeutig Auswirkungen haben wird".

(Bloomberg)