Geldpolitik - EZB-Direktorin für Vorbereitung auf geringere Geldschwemme

Die Europäische Zentralbank sollte EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger zufolge schon jetzt Vorkehrungen für eine spätere Eindämmung der Geldflut treffen.
30.06.2017 15:16
Neues EZB-Hauptquartier in Frankfurt.
Neues EZB-Hauptquartier in Frankfurt.
Bild: cash

Zwar sei die Inflation noch nicht auf einem stabilen Trend hin zum EZB-Ziel von knapp zwei Prozent, aber alle Voraussetzungen dafür seien gegeben, sagte Lautenschläger am Freitag auf einer Veranstaltung in Berlin laut Redetext. Es sei nur noch eine Frage der Zeit und der Geduld. "Genau deswegen sollte die Geldpolitik sich schon jetzt darauf vorbereiten, den Weg in die Normalität anzutreten", sagte sie. Entsprechend sollte die EZB ihre Kommunikation anpassen.

"Auch wenn ist der Trend noch nicht stabil ist, gilt es sich auf andere Zeiten vorzubereiten. Denn es gibt Grund, optimistisch zu sein", sagte Lautschläger, die zum sechsköpfigen Führungsteam der Euro-Notenbank gehört. Die Wirtschaft im Euro-Raum erhole sich zunehmend und wachse seit gut vier Jahren langsam aber stetig. Die Grundlage für diese Erholung werde immer breiter. "Für Unternehmen wird es immer leichter, sich zu finanzieren, es werden mehr Kredite vergeben, und es wird mehr investiert", sagte die EZB-Direktorin.

Die Notenbank hält ihren Leitzinse derzeit auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem kauft sie monatlich Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro auf. Doch angesichts positiver Konjunkturdaten hatte die EZB jüngst einen Mini-Schritt in Richtung Kurswechsel gewagt. So strichen die Euro-Wächter die bislang stets erwähnte Option auf noch tiefere Schlüsselzinsen aus ihrem Ausblick.

(Reuters)