Geldpolitik - EZB diskutierte mehrere Szenarien für weniger Anleihenkäufe

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag in Frankfurt Insidern zufolge vier alternative Modelle für die Zukunft der umstrittenen Anleihenkäufe diskutiert.
08.09.2017 10:54
EZB-Hauptquartier in Frankfurt. Die Geldpolitik bleibt eine Baustelle mit Fallgruben.
EZB-Hauptquartier in Frankfurt. Die Geldpolitik bleibt eine Baustelle mit Fallgruben.
Bild: cash

Es habe breite Übereinstimmung gegeben, dass der nächste Schritt voraussichtlich eine Verringerung der Transaktionen sein werde, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den Szenarien hätten Vorschläge einer Reduzierung der Monatskäufe auf 40 oder 20 Milliarden Euro gezählt. Die Modelle hätten zudem eine Verlängerung der Transaktionen um sechs oder um neun Monate enthalten. Die EZB lehnte eine Stellungnahme ab.

Das auf insgesamt 2,28 Billionen Euro angelegte Wertpapier-Kaufprogramm ist momentan das schärfste Schwert der Währungshüter im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht nach wie vor zu schwache Inflation. Die Käufe im monatlichen Volumen von aktuell 60 Milliarden Euro sollen den bisherigen Planungen zufolge noch bis mindestens Ende 2017 laufen. Auf der Ratssitzung am Donnerstag hatte die EZB wegen der kräftigen Aufwertung des Euro noch keinen Kurswechsel gewagt und die Finanzmärkte auf Oktober vertröstet. Die nächste Ratssitzung ist für den 26. Oktober geplant. Da die Wirtschaftserholung im Euro-Raum immer mehr um sich greift, gehen die meisten Experten davon aus, dass die Notenbank dann beschließen wird, die Wertpapierkäufe ab Januar herunterzufahren. 

(Reuters)