Geldpolitik - EZB-Präsidentin Lagarde rechtfertigt Krisenkurs

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre drastischen Schritte gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise gerechtfertigt.
08.06.2020 17:26
Christine Lagarde ist seit November 2019 EZB-Präsidentin.
Christine Lagarde ist seit November 2019 EZB-Präsidentin.

Angesichts der erheblichen Risiken, die die Krise mit sich bringe, seien die jüngsten Entscheidungen angemessen, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Montag vor einem EU-Parlamentsausschuss per Videokonferenz. Unter dem Strich seien die Effekte der lockeren Geldpolitik eindeutig positiv.

Die EZB hatte vergangene Woche ihre Krisenmassnahmen nochmals deutlich ausgeweitet. Sie erhöhte ihr Corona-Notprogramm PEPP um 600 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro. Mit dem Programm kauft die Notenbank verschiedene Wertpapiere, hauptsächlich aber Staatsanleihen. Die Käufe sollen die Kapitalmarktzinsen weiter drücken und somit die allgemeine Wirtschaftstätigkeit anregen.

Lagarde bekräftigte die düstere Konjunkturprognose der Zentralbank. Für dieses Jahr rechnet die EZB mit einer massiven Schrumpfung der Wirtschaft im Euroraum um 8,7 Prozent. Dieser Rückgang dürfte im kommenden Jahr mit einem Wachstum von 5,2 Prozent nur teilweise wettgemacht werden.

(AWP)